Ein spätes Lob aus Bonn ereilte den langjährigen, inzwischen pensionierten Chefredakteur des Deutschlandfunks, Bernhard Wördehoff. Regierungssprecher Friedhelm Ost bescheinigte dem 60jährigen Journalisten schriftlich, er habe "entscheidende Akzente für die Programmkultur und Hörerakzeptanz des Senders gesetzt". Die Lob Epistel dürfte nicht nur den Empfänger, sondern alle Hörfunk Insider überraschen. Schließlich hatte der Rundfunkrat des Senders, in dem eine kampferprobte Stahlhelm Fraktion den Ton angab, Wördehoff jahrelang das Gegenteil vorgeworfen. 1986 schaßte Intendant Richard Becker (SPD) den ungeliebten Chefredakteur; die übrigen SPDMitglieder im Verwaltungsrat protestierten zwar, jedoch vergebens. Der gelernte DGB Sekretär Becker, so hieß es hinter vorgehaltener Hand, könne kaum die Wünsche der Bonner Wendekoalition ignorieren, weil er wegen seiner von ihm verschwiegenen Waffen SS Vergangenheit gewisse Rücksichten zu nehmen habe.

Mittlerweile ist auch Intendant Becker im Ruhestand; der Deutschlandfunk freilich ist noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Der derzeitige Intendant Edmund Gruber, zuvor umstrittener Chefredakteur von ARD aktuell, macht auch beim Kölner Sender Schlagzeilen — allerlei skurrile Rechtshändel, eine eigenwillige Personalpolitik, Programm- und Strukturreformpläne liefern Stoff genug dafür. Außerdem treffen neue Hiobsbotschaften ein, adressiert an "Edi" Gruber. Ihr Inhalt: mangelnde Hörerakzeptanz des Schwere Winterstürme, wirtschaftliche Probleme, dazu noch Tadel für die Ministerprädidentin vom schwedischen König — Norwegen leidet. Damit soll jetzt Schluß sein. Probeweise bietet die norwegische Post den "Witz des Tages" an.

"Wir sind entschlossen, den Optimismus der Leute wiederherzustellen. Schlechtes Wetter und hohe Arbeitslosigkeit machen die Menschen hier richtig down", sagt Inger Karin Naerheim, die für die Lachschaltung von ihrem Büro südlich von Bergen zuständig ist.

Ähnlich sieht es auch die mitverantwortliche Autorin Karin Moe: "Wir haben genug von Pessimismus, Wirbelstürmen und Regenwolken, ein Lachgewitter muß her", sagt sie in einem Interview mit der Osloer Aftenposten.

Wer muffig ist, die Scherze anderer aber nicht zum Lachen findet, darf seinen Lieblingswitz auf ein Band sprechen. Niemand unterbricht ihn: "Kenn ich, kenn ich Amtlicher Frohsinn — laß dieses Beispiel keine Schule machen.