Jede dritte Maschine startet oder landet in der Bundesrepublik mittlerweile verspätet. Urlauber, Touristen und vor allem Geschäftsreisende leiden darunter: Konferenzen platzen, Termine müssen abgesagt und Treffen verlegt werden. Für manchen Vielflieger ist das Reisen per Jet zum Ärgernis geworden. Die Fluggesellschaften stehen ziemlich hilflos vor dem Problem.

„Wir würden unsere Passagiere gerne rechtzeitig informieren, aber wir wissen ja selber oft nicht, welche Maschine wieviel Verspätung haben wird“, sagt Bernd Wietfeld, Pressesprecher bei British Airways in Berlin. Wie British Airways versuchen auch andere Gesellschaften, – zum Beispiel KLM, Air Canada oder die Lufthansa –, ihre Gäste anzurufen, wenn abzusehen ist, daß ein Flugzeug fünf oder sechs Stunden später starten wird. Die Passagiere der ersten Klasse stehen dabei in der Regel ganz oben auf der Liste; sie werden zuerst angerufen – zumindest dann, wenn sie bei der Buchung eine Telephonnummer (privat, geschäftlich oder über ein Hotel) hinterlassen haben.

Etwa die Hälfte der Passagiere, so schätzt ein Sprecher der Air Canada, kann davon profitieren. Die andere Hälfte ist nicht mehr zu erreichen. Für Flüge, die häufig gehen und nur sehr wenig Verspätung haben, lohnt sich nach Ansicht der Fluggesellschaften ein solcher Aufwand nicht – zum Beispiel für die Inlandsflüge der Lufthansa. „Wenn jede Stunde eine Maschine von Hamburg nach Frankfurt fliegt, würden wir es gar nicht schaffen, alle Leute anzurufen“, heißt es bei der Lufthansa.

Wer einmal am Flughafen ist und unverschuldet warten muß, soll wenigstens „erstklassig versorgt“ werden, so British Airways. Das Angebot der Fluggesellschaften reicht vom Drink über eine komplette Mahlzeit im Restaurant bis zur Übernachtung. In einigen bundesdeutschen Flughäfen gibt es auch Konferenzräume für Besprechungen.

So weit wie in Amerika ist man in den deutschen Großstädten allerdings noch nicht. Dort hat der Ärger über Verspätungen Geschäftsleute bereits auf Ideen gebracht. Sogenannte „Business Service Center“ vermieten an Wartende stundenweise Fitnessräume oder kleine Büros mit Telephon, Kopierer, Telefax, Schreibmaschinen und Sekretärinnen. fj