Von Peter Christ und Nikolaus Piper

ZEIT: Herr Berger, Sie beraten seit vergangenem Herbst sowjetische Manager in moderner Unternehmensführung. Ist die UdSSR nicht ein sehr exotisches Pflaster?

Berger: Das kann man wohl sagen.

ZEIT: Was ist Ihnen denn als erstes aufgefallen?

Berger: Was am meisten ins Auge springt, ist das Verhalten der Menschen, die seit siebzig Jahren und noch länger sich nicht nach marktwirtschaftlichen Prinzipien verhalten durften und dies nun plötzlich sollen. Dieser Widerspruch kennzeichnet das ganze Umfeld, in dem wir dort arbeiten.

ZEIT: Wie erleben die sowjetischen Manager, die Sie ausbilden wollen, diesen Widerspruch?

Berger: Den Managern fällt es zum Beispiel sehr schwer, autonome Entscheidungen zu fällen, obwohl die neuen Gesetze dies von ihnen verlangen. Das Umfeld der Entscheidungen ist immer noch so, daß vor allem der Mangel bewirtschaftet werden muß und daß es kaum marktgerechte Möglichkeiten gibt, sich dieses Mangels zu entledigen. Der Plan ist in vielen Bereichen noch das beherrschende Element.