Vor etwa einem Monat habe ich wieder angefangen zu rauchen – nach sieben tugendhaften Jahren ohne Zigaretten. Natürlich fragte jeder, warum ich etwas so Schreckliches tue. Ich antwortete absolut wahrheitsgetreu: Diese sieben Jahre waren die schlimmsten meines Lebens – ausgenommen meine Kindheit, als ich überhaupt nichts zu melden hatte. In diesen sieben rauchfreien Jahren konnte ich meinen Kopf nicht gebrauchen: Ich konnte nicht schreiben, ich konnte keinen Job finden, der, wie man so sagt, meinen Fähigkeiten entsprochen hätte. Mein Liebesleben scheiterte an permanent schlechter Laune, und natürlich wurde ich fett, wie ihr alle wißt, die ihr aufgehört habt. Ich war 37, als ich aufhörte, und schon bald dachte ich, nun lebst du ewig.

Ich bin glücklich, berichten zu können, daß das Leben jetzt wieder großartig ist. Der vertraute Husten ist zurück, nichts gibt es eben umsonst. Ah, die erste Zigarette wirkte wie ein ganzes Bündel Blitze zur Erweckung meiner Seele.

Damals, als ich die letzte Zigarette rauchte, dachte ich zuerst wirklich, jetzt stirbst du, nicht erst mit 65, sondern schon vor Donnerstag. Jetzt kenne ich meine Chancen, und ich lebe lieber noch zehn oder fünfzehn gute Jahre mit Arbeit, funktionierendem Hirn, Husten und schlank. Natürlich hoffe ich auf mehr als zehn oder fünfzehn Jahre, nur während der letzten sieben rauchfreien Jahre war ich knackig gesund und irgendwie schon tot.

Es gibt ein berühmtes Sprichwort, das heißt ungefähr so: „Wenn du nicht rauchst und nicht trinkst, lebst du auch nicht länger, es kommt dir nur so vor.“ In Woody Allens Film „Interiors“ serviert ein Darsteller Käsekuchen und sagt: „Du kannst so leben, daß du 100 Jahre alt wirst, wenn du alle Dinge aufgibst, deretwegen du dir wünscht, hundert Jahre alt zu werden.“

Ich kann mir nicht helfen, aber ich glaube nicht, daß wir erschaffen worden sind, um mit 90 als völlig unbenutzte und unversehrte Leichen wieder zu Erde zu werden. Ein bißchen Verschleiß ist angesagt. Das Leben fordert einen Preis, und wir haben die Wahl. Hätten wir ohne schädliche Substanzen die Werke von Tennessee Williams, William Faulkner, Lillian Hellman, F. Scott Fitzgerald – ja sogar vom armen, traurigen, lustigen, tragischen John Belushi? Womöglich hätten wir nur fünf fröhliche Jogger.

Ich weiß, meine Entscheidung wird mich in Schwierigkeiten bringen in einer Stadt, in der Rauchen in allen öffentichen Gebäuden inzwischen illegal ist. Ich weiß, ich werde durchdrehen in Flugzeugen, wo ein Zwei-Stunden-Nichtraucherflug zum Vier-Stunden-Martyrium wird, weil man die ersten zwei Stunden wartend auf der Startbahn verbringt.

Aber ich werde mit meiner Entscheidung nicht allein bleiben. Als ich jünger war, fiel mir oft auf, daß Leute in den Vierzigern und Fünfzigern wieder anfingen zu rauchen. Ich fragte sie, warum und bekam Antworten von „es macht Spaß“ bis „ich bin zu dick“. Die beste hatte ein Mann, der sagte: „Ich bin jetzt 55, und ich habe mit 36 aufgehört. Meine Lebenserwartung liegt ohnehin bei 68. Meine Chancen sind dieselben – so oder so. Warum also nicht?“