Ein Teilverbot eines pilzbekämpfenden Mittels durch die US-Umweltbehörde EPA hat in den USA heftige Diskussionen ausgelöst. Das weitverbreitete Fungizid Captan darf künftig nicht mehr zur Behandlung von 42 Frucht- und Gemüsesorten eingesetzt werden, weil es in Verdacht steht, Krebs zu erregen. Die Liste reicht von Ananas und Bohnen über Sojabohnen bis zu Wassermelonen. Weil das krebserregende Potential von Captan jedoch als relativ gering eingestuft wird, bleibt der Wirkstoff bei 24 anderen Produkten, etwa Äpfeln, Mandeln oder Stachelbeeren, erlaubt. Die Risikodifferenzierung geht so weit, daß Captan auf Feldtomaten verboten, Gewächshaustomaten jedoch zugelassen ist. Während die Industrie diese Regelung begrüßt, lehnen Verbraucherorganisationen sie ab. Damit werde der Grundsatz aufgegeben, daß krebserregende Pestizide auf Lebensmitteln nichts zu suchen haben. HST

Den Bau eines Observatoriums für Gravitationswellen plant Großbritanniens wissenschaftlicher Forschungsrat SERC. Wie der New Scientist meldet, soll das Instrument dazu dienen, Gravitationswellen extremer Ereignisse im Weltall wie z.B. Supernovae nachzuweisen. Es wird aus zwei rechtwinklig angeordneten Vakuumröhren von jeweils zehn Metern Länge bestehen, in denen ein Laserstrahl mehrfach in beide Richtungen reflektiert wird; sobald eine Gravitationswelle die Länge der Röhren ein wenig verändert, kommen die reflektierten Laserstrahlen aus dem Takt. Die von Albert Einstein vorausgesagten Gravitationswellen konnten bislang noch nicht überzeugend nachgewiesen werden. GvR

Mit reinem Kuhmist befeuert wird ein Kraftwerk bei San Diego/Kalifornien, das die Frankfurter Firma Lurgi errichtet hat. Die Leistung von 15 Megawatt reicht aus, um etwa 15 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Dazu müssen täglich 800 bis 900 Tonnen Dung herangekarrt, getrocknet und in SpezialÖfen verbrannt werden. Offenbar ist das, was kalifornische Rindviecher in den riesigen Zuchtanlagen hinter sich lassen, als Dünger wenig geeignet und wurde früher – wegen seines hohen Gehaltes an Salzen und Unkrautsamen – deponiert. Das Kraftwerk ist weitgehend vom kalifornischen Staat als Umweltschutzmaßnahme finanziert. Es läuft offenbar so gut, daß nun ein zweites errichtet wird, das neben Kuhmist auch Holzreste und landwirtschaftliche Abfälle verbrennt. HST