Das ostafrikanische Ruanda, Schauplatz des Kino-Hits „Gorillas im Nebel“, steht trotz seiner berühmten Affen touristisch eher im Abseits.

Kenner des Landes heben vor allem drei touristische Anziehungspunkte hervor: die gebirgige Vulkanlandschaft im Nordwesten an der Grenze zu Zaire, wo die Berggorillas leben, das Gebiet um den Kiwu-See und den Akagera-Nationalpark mit seinem Tierreichtum ganz im Osten an der Grenze zu Tansania.

„Zu den Berggorillas finden jeden Tag Führungen statt, aber nicht jeder Aufstieg ist auch erfolgreich“, so der Arzt und Entwicklungshelfer Karl-Heinz Borten, der seit vier Jahren in Ruanda tätig ist. Er selbst hat die furchterregenden Tiere mehrmals gesehen und sie als sehr scheu aber manchmal auch sehr zutraulich in Erinnerung.

Acht Stunden dauern diese „Besichtigungstouren“, die auf steilen Pfaden in 3000 Meter Höhe führen. Zahlreiche lokale Veranstalter bieten sie vor allem in der Hauptstadt Kigali an.

Für die Fahrt von der nur 160 Kilometer entfernten Hauptstadt Kigali müssen fast fünf Stunden einkalkuliert werden. Die meisten Straßenverbindungen bestehen aus holprigen Pisten, die nur langsam asphaltiert werden. Nach wie vor gehört Ruanda zu den ärmsten Ländern der Dritten Welt, Luxus sucht der Gast in den knapp ein Dutzend Hotels vergeblich. Allenfalls die Natur sorgt für einen gewissen „Komfort“. Wegen der Höhenlage Ruandas herrschen das ganze Jahr über fast ausnahmslos frühlingshafte Temperaturen.

Ob sich der Tourismus nach Ruanda nun verstärkt, läßt sich nur vermuten. Die ruandische Botschaft in Bonn erklärt, daß ihr schon seit vier Jahren keine offiziellen Besucherzahlen aus der Hauptstadt gemeldet werden.

Bundesbürger benötigen für Ruanda bei der Einreise kein Visum. Ein normales Linienflugticket Frankfurt-Kigali und zurück kostet 4886 Mark. Africa Tours (Schwanthalerstraße 22, 8000 München 2) bieten als Anschlußprogramm von Nairobi (Kenia) aus eine achttägige „Gorillasafari“ an, die 3395 Mark kostet, das gleiche Unternehmen hat auch eine 13tägige Ruanda-Zaire-Safari im Programm, für die ab Frankfurt 6568 Mark zu zahlen sind; eine 17tägige „Gorilla-Pirsch“ durch Ruanda, Zaire, Uganda und Burundi will die Schweizer Firma Kuoni im Juli veranstalten, Kostenpunkt etwa 6500 Franken.

Andreas Jacobsen