DIE ZEIT

Verblümt

Das scheint so harmlos, wie es klingt: Kölner Max-Planck-Wissenschaftler wollen Balkonblumen auspflanzen. 37 000 Petunien werden bald auf einem Feld in hellem Rot erblühen, einer Farbe, die man ihnen gentechnisch aufgezwungen hat.

Schönhubers Schatten

Die vielfältigen Wandlungen im Osten lassen die Bundesregierung immer deutlicher ein Reformdreieck erkennen: zwischen Moskau, Warschau und Budapest.

Der Realismus siegt

In Berlin scheint die rot-grüne Koalition perfekt zu sein. In Frankfurt spekulieren die Grünen auf ein Rathaus-Bündnis mit der SPD nach der Kommunalwahl am Sonntag.

Gelähmt

Allmählich werden selbst die überzeugtesten Anhänger des amerikanischen Präsidenten nervös. Beinahe die Hälfte jener magischen hundert Tage ist verstrichen, die einem neuen Mann im Weißen Haus Wohlwollen und Schonung verheißen.

Auch der Westen muß nun wollen

Wie fest sitzt Michail Gorbatschow im Sattel? Die Frage wird im Westen gestellt, seitdem der Bauernsohn aus dem Kaukasus im Kreml die Zügel in die Hand nahm.

Zeitspiegel

Reisen bildet, sagt sich die SPD und macht Glasnost und Perestrojka zur Touristenattraktion. Für den September offeriert ihr Reiseservice einen Sonderzug auf der Transsib bis zum Baikalsee, in den auch sowjetische Wissenschaftler zu einem Symposium über die Wandlungen in der UdSSR einsteigen werden.

Moskau weiß alles

„Genscher, klarer Fall. Aber vielleicht schafft’s Kohl auch noch bis dahin. Sie wissen doch: Je höher einer steigt..........

Terrorismus: Mattes Echo

Seit nunmehr fünfeinhalb Wochen befinden; sich zwei inhaftierte Terroristen aus der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) im Hungerstreik.

Gegenregierung in Afghanistan: Ruhe vor dem Sturm

Hadschi Farup ist wütend. „Die Welt redet nur noch von dem verrückten Chomeini und diesem Inder Rushdie“, schimpft der Stammes- und Rebellenführer in der afghanischen Provinz Paktiar.

Ben Witter: Angetippt

Alfred Z. muß geschäftlich regelmäßig nach West-Berlin, bleibt aber immer nur drei Tage und wohnt seit 34 Jahren im selben Hotel.

DOKUMENT: Folter an Kindern

Kinder und Jugendliche als wehrlose Opfer staatlichen Terrors – dieses Schreckensbild zeichnet ein Bericht von amnesty international über den Irak.

BONNER BÜHNE: Unbegreifliches Volk

Frühling in Bonn, 18 Grad zum Wochenanfang, die Knospen springen. Alles hellt sich auf, nur nicht die Gesichter der Koalitionäre, besonders nicht die der Christdemokraten.

WELTBÜHNE: Amerikas Mordkapitale

Von "Camelot" zur "Mordkapitale" – wahrlich keine bewundernswerte Wandlung. Die Hauptstadt der Vereinigten Staaten, in der John F.

KURZPORTRAIT: Der große Zauderer

Waffen oder Frieden“ forderte das Offizierskorps ultimativ. Nach demoralisierenden Niederlagen gegen die Volksbefreiungsarmee (SPLA) im Süden wollte die kriegsmüde Armee des Sudan endlich eine klare Entscheidung von Sadiq al-Mahdi.

Hannoveraner Hacker unter Spionageverdacht • Die Agentenjagd begann 1986 in Kalifornien • Computerpiraten knackten mehr als dreißig Systeme • Keine geheimen Daten geliefert: Spione im Computernetz

Eigentlich tolle Jungs, diese Hacker: Da sitzen fanatisierte Computerfreaks, manche noch mit Pubertätspickeln im Gesicht, Nacht für Nacht am Bildschirm und sausen mit elektronischen Siebenmeilenstiefeln über Weltmeere und Kontinente, lümmeln sich im Großrechner einer Versuchsanstalt in Pasadena herum, huschen dann wieder durchs Computernetz der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa oder schnüffeln in der Datenbank eines koreanischen Forschungsinstituts, unerlaubt natürlich und meist auch unbemerkt: Schwarzfahrer auf dem weltumspannenden Streckennetz der Computerkommunikation.

Von Viren und Würmern

Wie kostbar unsere Gesundheit ist, merken wir meistens erst, wenn wir krank werden. Solange Computer zuverlässig ihren Dienst versehen, vergessen wir leicht, wie abhängig wir inzwischen von diesen Maschinen geworden sind, die den Luftverkehr, die Fernsehsatelliten, militärische Alarmsysteme oder medizinische Geräte steuern.

Computer-Latein

Der Ausdruck Hacking stammt aus den USA und bezeichnet das unbefugte Eindringen in fremde Computer mit dem Mittel der Datenfernübertragung (meist über das Telephonnetz, mit einem Koppler oder Modem, der die Impulse umwandelt).

Ist Hacken strafbar?

Über das Ausmaß der Sicherheitsgefährdung durch die aufgedeckte Hacker-Affäre gehen derzeit die Auffassungen weit auseinander.

Im Pott steigt der Druck

Bergleute mit schwarzen Fahnen trübten die fröhliche Stimmung, die die Ruhrgebiets-CDU ein Jahr nach der Montankonferenz beim Bundeskanzler zu verbreiten trachtete.

Bonner Kulisse

Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling, wegen seiner Wirtschaftsführung bei der Bundespost wiederholt vom Bundesrechnungshof in Frankfurt kritisiert, ist bei der Rechnungsprüfung erneut aufgefallen.

Nikolaus Piper:: Ein Gipfel für den Regenwald

Eine Bilanz zerschlagener Hoffnungen: Als dieses Jahrzehnt gerade begonnen hatte, im Oktober 1981, kamen die Staats- und Regierungschefs von acht Industrie- und vierzehn Entwicklungsländern im mexikanischen Seebad Cancun zum ersten Nord-Süd-Gipfel zusammen.

Auf den Hund gekommen

Der Wind bläst kräftig in der Voreifel. Doch frische Luft inhaliert der Besucher hier im Euskirchner Süden nicht. Ein süßsäuerlicher Geruch setzt sich in der Nase fest.

Vorkoster leben gefährlich

Wann dürfen staatliche Behörden die Verbraucher vor bestimmten Erzeugnissen warnen? Wie handfest muß der Verdacht sein, daß etwas mit diesen Produkten nicht in Ordnung ist? Macht es einen Unterschied, wenn eine Ware „nur“ verdorben ist, nicht aber gesundheitsgefährlich? Vor allem aber: Darf man einzelne Namen nennen, oder muß eine solche Warnung allgemein gehalten bleiben? Und welche Ersatzansprüche riskiert die Behörde, wenn sie sich bei ihrer Warnung irrt? Dies sind eine Reihe von Grundsatzfragen, die der Prozeß um die Eiernudeln der Firma Birkel aufgerührt hat.

Das Kind in der Mitten

Kinder machen Freude, Kinder kosten aber auch Geld.“ Dieser einleuchtende Satz stammt von Familienministerin Ursula Lehr, die auch der Meinung ist: „Es ist Aufgabe des Staates, den Familien einen Teil ihrer finanziellen Belastung abzunehmen.

Bank und Börse: Vom Erfolg verwöhnt

Im internationalen Anlagegeschäft gehört zum Erfolg auch eine glückliche Hand, ein Gespür für die Entwicklungen an den Finanzmärkten der Welt, hieß es in der ZEIT/Südprojekt-Investmentanalyse der vergangenen Woche.

Strikt nach Gesetz

ZEIT: Herr Franke, Ihr Parteifreund Bundesarbeitsminister Norbert Blüm hat Ihnen angeblich mit einer förmlichen Anweisung gedroht, falls Sie die Arbeitslosenstatistik nicht nach den Bestimmungen des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG) führen.

LÄNDER IM VERGLEICH

Sechs Wochen Urlaub im Jahr können die bundesdeutschen Industriearbeiter tarifvertraglich beanspruchen. Nur ihre Kollegen in den Niederlanden und in Italien dürfen noch länger Ferien machen.

MANAGER UND MÄRKTE

Die von Hartmut Mehdorn, er ist bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) der für die Airbusproduktion verantwortliche Geschäftsführer, und dem Bonner CSU-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Erich Riedl favorisierte Idee, eine komplette Fertigungsstraße für Airbusflugzeuge von Frankreich nach Deutschland zu verlegen, trifft selbst hierzulande auf große Skepsis.

ZEITRAFFER

Die Kraftwerksbetreiber sind Hauptabnehmer bundesdeutscher Steinkohle. Die Stromwirtschaft hat 1988 rund 41 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) gekauft, 55 Prozent der gesamten Förderung an Rhein, Ruhr und Saar.

Einkommensteuer: Schwarzarbeit am Herd

Warum interessieren sich Politiker plötzlich für Hausfrauen? Hausarbeit, meint etwa der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine, sei der Arbeit im Erwerbsleben gleichwertig und müsse deshalb entsprechend ihrer gesellschaftlichen Bedeutung auch finanziell anerkannt werden.

Denkmalschutz: Sturm auf den Turm

Vor einem Jahr sind die wohlerhaltenen Fundamente des Adlerturms, eines mittelalterlichen Wehrturms, ausgegraben worden. Jetzt ist Dortmunds SPD-Altbürgermeister Willi Reinke die Erleuchtung gekommen: Der Turm müsse wieder, wie dermaleinst, ein weithin sichtbares Wahrzeichen „ungebrochener Wirtschaftskraft“ werden, Symbol eines „Dortmund im Aufbruch“.

Bürgermeisterwahl: Nicht ganz echt

Die einen nennen sie „Vulkan auf Stöckelschuhen“, die anderen „rote Hexe“. Ob sie wollen oder nicht: Jetzt müsen sich alle an eine neue, seriöse Anrede gewöhnen.

Menschen vor Gericht: Sturz vom Gerüst

Das letzte, an das sich Otto Sch. noch erinnert, war ein Wortwechsel; kurz, aber heftig. Gerhard K., der auf dem Gerüst nebenan arbeitete, drohte ihm Schläge an.

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