Die von Hartmut Mehdorn, er ist bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) der für die Airbusproduktion verantwortliche Geschäftsführer, und dem Bonner CSU-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Erich Riedl favorisierte Idee, eine komplette Fertigungsstraße für Airbusflugzeuge von Frankreich nach Deutschland zu verlegen, trifft selbst hierzulande auf große Skepsis.

So glaubt sogar Hanns Amt Vogels, Chef von MBB, die Diskussion würde „zur Unzeit geführt“. Bevor solche Entscheidungen getroffen werden könnten, müßte erst einmal die Führungsstruktur der europäischen Airbus-Industrie, über die die beteiligten Länder Frankreich, Bundesrepublik, Großbritannien und Spanien noch beraten, festgelegt sein.

Auch Edzard Reuter, der Chef der Daimler-Benz AG, die gerade im Begriff ist, MBB zu übernehmen, hält sich in dieser Frage deutlich zurück, „Der Airbus hat nur eine Chance, rentabel zu werden, wenn Fragen des nationalen Prestiges keine Rolle mehr spielen.“ Bevor er sich aber mit dieser Frage befaßt, interessiert ihn zudem erst einmal, was die Produktion in Toulouse oder in der Bundesrepublik kostet. Reuter: „Ich habe den Eindruck, daß man bei Airbus nicht weiß, wo Gewinne und wo Verluste gemacht werden.“

Der Daimler-Chef hat jetzt in einem französischen Presse-Interview allerdings schon deutlich gemacht, was das Unternehmen tun wird, wenn der Europaflieger auf Dauer Verluste macht und auf staatliche Subventionen angewiesen bleibt: „Dann ziehen wir uns aus dem Airbus zurück.“

In dem Fall müßte der Steuerzahler das Risiko langfristig wieder übernehmen. Genau das aber wollte Bonn durch die Forcierung der Daimler/MBB-Fusion verhindern.

Was in der Industrie Rang, Namen und die nötige Finanzkraft hat, ist mittlerweile auf der Liste der Bewerber als Betreiber für das neue Mobilfunknetz D zu finden. Es soll 1991 starten. Für die künftigen Teilnehmer wird es bedeuten, überall erreichbar zu sein, denn die Geräte brauchen keine Steckdose mehr.

Für die Betreiber wird eine neue Einnahmequelle sprudeln; die Deutsche Bundespost rechnet mit zwei Millionen Kunden. Um so erstaunlicher ist, daß sich die Fernmeldebehörde diesen Markt mit einem privaten Konkurrenten teilen will. Erstmals verzichtet sie im Fernmeldegeschäft auf ihren Monopolanspruch. Die Lizenz der Post für den künftigen Mitbewerber „ist gleichbedeutend mit der Erlaubnis, Geld zu drucken“, kommentierte jüngst das Fachblatt Communication Systems Worldwide.