Eine der letzten Bastionen des animateurfreien Müßigganges wankt. Das gute alte Sonnenbaden hat schon so manche urlaubsgestaltende Maßnahme überdauert, doch nun ziehen Wolken auf.

Wenn wir in die Ferien fahren, beginnt für die Haut ein Stück harter Arbeit. Die rote Nase in den ersten Tagen ist obligat, und so manche erste Nacht wird rastlos rotierend auf kühlenden Laken gelitten. Damit nicht genug. Nach Jahren und Jahrzehnten und einer großen Zahl von Sonnenbränden kann es zu Hautkrebs kommen.

Ursache sind die UV-Strahlen, die gerade im Gebirge und an der See besonders intensiv sind. Sie wirken auf Hellhäutige schädigender als auf Menschen mit dunklem Teint.

Eigentlich ist die Hautbräunung ein natürlicher Schutzschild gegen ein Übermaß an Sonne. Sie läuft in zwei ineinandergreifenden Stufen ab; schon während der Sonnenbestrahlung erfolgt eine Sofortbräunung, die sich aus der Nachdunklung schon vorhandener Pigmente erklärt. Sie wird vornehmlich durch UVA-Strahlen erzeugt, deren Bräunung zwar nur kurz anhält, dafür aber nicht im Ruf steht, krebserregend zu sein. Sie scheinen am stärksten in den Morgen- und Nachmittagsstunden und – zu Hause – in den Kabinen der Sonnenstudios.

Als eigentlicher Krebserreger gilt das UVB-Licht über die Mittagszeit, dann, wenn die Sonne am höchsten steht. Es regt zwar die Pigmentneubildung in der Haut bis auf das Zehnfache des Normalwertes an, jedoch ist dieser Schutz erst nach Wochen in ausreichendem Maß vorhanden. Bis dahin ist die sogenannte Lichtschwiele, eine Verdickung der Hornschicht, die die UVB-Toleranz bis auf das Vierfache erhöhen kann, ein nur unzureichender Schutz. Auch sie ist im übrigen erst nach einer Woche in der Sonne voll entwickelt. Kommt es zu Schäden an den Eiweißstrukturen in den Zellkernen, hilft sich der Körper über lange Zeit selbst; gewissermaßen mit einem genialen Reparatursystem werden zerstörte Teilchen entfernt und die ursprünglichen Informationen für die Zellrückbildung wieder eingefügt.

Doch dieses Vermögen hat Grenzen. Jahre bis Jahrzehnte dauerhafter Inanspruchnahme führen zur Ermüdung dieses Systems, Fehler schleichen sich ein. Vorstufen von Hautkrebs können entstehen. Die Symptome: Fleckenbildung, zum Beispiel in Form und Farbe sich verändernder Muttermale.

So weit muß es nicht kommen. Vor allem Hellhäutige sollten sich in den ersten Urlaubstagen nur stundenweise der milden Morgen- und Nachmittagssonne aussetzen, wenn die harmlosere UVA-Strahlung überwiegt und sich eine leichte, schützende Bräunung einstellt. Sonnenschutzmittel sind unbedingt zu empfehlen. Je höher die Berge, je länger die Bestrahlungsdauer und je empfindlicher die Haut, desto größer sollte der Schutzfaktor sein.