Die Deutschen können’s einfach nicht lassen – das Reisen. 31,6 Millionen fuhren 1988 für fünf Tage oder mehr in die Ferien. Und das nicht nur einmal.

Alle Jahre wieder – der Starnberger Studienkreis für Tourismus hat gesprochen, und wieder einmal kann sich die Reisebranche freuen. Fast zwei Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung über 14 Jahre war im letzten Jahr für mindestens fünf Tage fort von zu Hause, eine halbe Million mehr als im Jahr zuvor (wobei allerdings auch die Einwohnerzahl angestiegen ist).

Einen kräftigen Satz nach vorn haben die Urlaubsreisen insgesamt gemacht und summieren sich nun auf die erkleckliche Zahl von 40,2 Millionen (2,5 Millionen mehr als 1987), so das Ergebnis der 19. Reiseanalyse des Studienkreises. Ermittelt wurden die Werte mit Hilfe von über 6000 im Januar geführten Interviews und der beiden Institute Basis Research (Frankfurt) und GfM Getas (Hamburg).

Gesunken ist die Zahl derer, die nur einmal unterwegs waren (24,9 Millionen), dafür wurden Zweit- und Drittreisen deutlich beliebter. Fast fünf Millionen Männer und Frauen packten zweimal die Koffer, 1,8 Millionen sogar dreimal und noch häufiger. Allerdings: 17 Millionen blieben auch im letzten Jahr wieder daheim. Fazit: Wer reist, reist häufiger. Heinz Hahn, Leiter des Studienkreises, macht eine „Tendenz zur Fülle“ aus.

Auch der Trend zur Kurzfahrt nahm sichtlich zu: 1988 haben 17,7 Millionen zusammen 43,1 Millionen Kurzurlaubsreisen unternommen, woraus sich die imponierende Zahl von 83,3 Millionen Reisen insgesamt ergibt. Die Deutschen sind wieder einmal wie die Weltmeister in die Ferien gefahren.

Zuversicht können die deutschen Fremdenverkehsmanager aus den Starnberger Ergebnissen schöpfen. Die Inlandsreisen stiegen um eine Million, fast ein Drittel der Ferientouren bewegten sich innerhalb der Landesgrenzen. Ungeschlagen also steht die Heimat an der Spitze aller Ziele, ungeschlagen auch wieder Bayern. Freude herrschen wird im Land der Spätzle: Baden-Württemberg hat sich im vergangenen Jahr auf der Rangliste der deutschen Lieblingsregionen vor Schleswig-Holstein gedrängelt.

27,2 Millionen Reisen führten ins Ausland, zumeist in Richtung Sonne und Süden, wobei es auf den vorderen Rängen der Hitparade keine wesentlichen Veränderungen gab: Italien hat seine Spitzenstellung gehalten, gefolgt von Spanien und Österreich, die beide ein ganz klein bißchen verloren.