Einfach lachhaft

Eigentlich, hatten wir Naiven gedacht, muß Johannes Gross ein angenehmes Leben führen. Der vielbeschäftigte Publizist. Der Herausgeber dieser ungemein seriösen Wirtschaftsmagazine Capital und Impulse. Ratgeber von allerwichtigsten Graden. Und schließlich: ergiebiger Füller eines Notizbuchs, das er allwöchentlich im FAZ-Magazin entleeren darf. Unwiderstehlich brillant und unerbittlich werden an dieser Stelle alle Dummheiten dieser Welt zerpflückt.

Vor kurzem aber muß ihm das alles zuviel geworden sein. Und da hat er doch, in den letzten fünf Zeilen Notizbuch Johannes Gross. Neue Folge. Sechsundachtzigste Fortsetzung, FAZ-Magazin vom 17. Februar, Seite 20, rechte Spalte, römisch VIII, seinen tiefen Unmut geäußert, endlich einmal seinem Herzen Luft gemacht. Erschütternd.

„Es gehört so wenig dazu, das Leben zur Qual zu machen: die Kakerlake in den Nudeln, der Briefkasten verstopft von Reklame, das Gelächter einer Frau...“

So also lebt es sich als prominenter Publizist. Wer wollte jetzt noch mit ihm tauschen, mit ihm und seinem qualvollen Leben und Schreiben.

Heitere Heimkehrer

Manchmal tut die Süddeutsche Zeitung so, als seien alle ihre Leser draußen in der Welt nichts anderes als heimwehkranke Münchner. Mit ungestillter Sehnsucht im Herzen lesen sie auch diesmal, im „Jahr 1 nach Strauß“, den alljährlich zur fünften Jahreszeit fälligen „Wegweiser durch das Starkbierzelt“; schnalzend lassen sie sich die Namen der „altbewährten Schmankerl“ auf der Zunge zergehen: Animator etwa oder Maximator. Da muß das Blatt seine Leser an die Hand nehmen, denn: „Der. Doppelbock hat seine Prozente behalten: 18 bis 19 sind es als Stammwürze, was einem Alkoholwert von mehr als sieben Prozent entspricht. Da genügt eine Maß vollauf, um selbst versierte Schluckspechte fahruntauglich zu machen. Deshalb wird dringend abgeraten, für einen -ator-Abend das Auto zu benutzen. Die Polizei hat bereits Sonderkontrollen angekündigt ... Den Nockherbergsteigern kommt die Trambahn übrigens wieder mit einer Extrahaltestelle entgegen. Die Linien 25 und 27 stoppen in Höhe der Treppenanlage stadteinwärts zwischen 18 und 23 Uhr. Die nüchternen Fahrgäste sind aufgerufen worden, gegenüber den angeheiterten Heimkehrern Nachsicht zu. üben. “Heiliger Triumphator, bitte für uns.“