Die Kraftwerksbetreiber sind Hauptabnehmer bundesdeutscher Steinkohle. Die Stromwirtschaft hat 1988 rund 41 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) gekauft, 55 Prozent der gesamten Förderung an Rhein, Ruhr und Saar. Der Absatz des deutschen Bergbaus an die öffentliche Stromversorgung und die industrielle Kraftwirtschaft lag im vergangenen Jahr um rund 21 Prozent höher als 1980, als der Bergbau mit 34 Millionen Tonnen SKE rund 39 Prozent seiner Förderung an Kraftwerke lieferte.

Nach jahrelanger Diskussion haben die Industrieminister der Europäischen Gemeinschaft ein Sozialprogramm für die Stahlindustrie verabschiedet. Demnach unterstützt die EG die Entlassung von Stahlarbeitern in den Vorruhestand oder ihre Umschulung mit insgesamt 150 Millionen Ecu (310 Millionen Mark). Das Programm gilt rückwirkend von 1988 bis 1991. In diesen vier Jahren sollen rund 55 000 Arbeiter in den Genuß dieser Hilfen kommen. Bei der Entlassung in den Vorruhestand beteiligt sich die EG mit 6200 Mark, bei Umschulungen mit 4140 Mark je Arbeiter.

Mit einem Gesetz zur Begrenzung der Einkommenszuwächse will die sozialdemokratische Regierung Norwegens die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen. Künftig dürfen die Einkommen nicht um mehr als durchschnittlich vier Prozent steigen.

Portugals Handelsbilanzdefizit ist weiter gestiegen. Von Januar bis November 1988 summierte sich der Fehlbetrag auf umgerechnet 8,8 Milliarden Mark, 25 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Ausgesprochen dürftig ist in Frankreich die Weinlese des vergangenen Jahres ausgefallen. Mit etwa 58 Millionen Hektolitern wurde eines der schlechtesten Ergebnisse der vergangenen zwanzig Jahre erzielt. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Ernte um 17,2 Prozent, bei Tafelweinen war der Ertrag mit dreißig Millionen Hektolitern sogar so mager wie zuletzt 1960. ad