Wie man sich in Datenbänke einschleicht

Dies ist eine wahre Geschichte. Nur die Namen sind ein wenig verändert.

Es ist später Abend, die Fernmeldegebühren sind billig. Alles schläft, einer wacht: Oreg. Morgen früh muß er wieder zur Arbeit. Doch eine 22stellige Zahl läßt ihn nicht schlafen. Jemand, der sich Aikiso nennt, hat Oreg diese Zahl auf den Bildschirm geschrieben. Die beiden haben ein enges Verhältnis zueinander, obwohl sie sich nie gesehen haben. Doch sie haben sich schon in vielen Rechnern „hi there“ zugerufen – zuletzt bei Asmail, einem Rechner in Neuseeland (Rufnummer: 0530197000016; funktioniert übrigens nicht mehr).

Oreg wirft seinen Computer an, auch er hat den meistverbreiteten Home-Computer der Welt. Angeschlossen ist etwas, das aussieht wie ein negativer Telephonhörer: der Akustik-Koppler, bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen. Oreg geht zum positiven Telephon, dem richtigen also, nimmt den Hörer ab und stopft ihn in die Gumminoppen des Kopplers. Dann lädt er ein Terminal-Programm in seinen Rechner, und los geht’s.

Zuerst wählt er mit dem Telephon die Nummer 040/44 12 31. Im Hörer pfeift’s: Prüüüt, die Post ist da. Nämlich die DATEX-P-Vermittlungsstelle. Damit sie auch mit seinem Terminal-Programm zu tun bekommt, tippt Oreg einen Punkt – jetzt steht DATEX-P auf dem Bildschirm.

Er gibt eine NUI ein: Network User Identification. Seine NUI heißt DWIESO (jede NUI beginnt mit einem D). Nun fragt DATEX nach dem Passwort; Oreg hat eines. Jetzt ist er „drin“, im DATEX-Netz: Er darf, ganz legal, andere Computer anrufen, indem er ihre NUA (Network User Address) eingibt.

Die 22stellige Zahl von Aikiso ist eine NUA. Sie beginnt mit 0234, was in diesem Fall nicht auf Bochum, sondern auf England hindeutet. Nachdem Oreg sie eingetippt hat, staunt er nicht schlecht: Auf seinem Bildschirm meldet sich jemand auf Deutsch. Er scheint via England an ein deutsches System geraten zu sein.