Es geschah mehr am Rande der Cebit-Messe in Hannover, inzwischen eine der wichtigsten internationalen High-Tech-Industriemessen, die es gibt. Während Bundeskanzler Helmut Kohl bei der Eröffnung der deutschen Industrie noch eine hohe internationale Spitzenposition bescheinigte, kam aus München eine Nachricht, die aufhorchen läßt. Der Präsident des Deutschen Patentamtes, Erich Häußer, beklagte ein zunehmendes Übergewicht ausländischer Patentanmelder.

Lag das Verhältnis zwischen inländischen und ausländischen Patentanmeldern lange Jahre bei etwa fünfzig zu fünfzig, hat es sich in den vergangenen zwei Jahren zu Lasten inländischer Anmelder verschoben. Das Verhältnis liegt jetzt etwa ein Drittel zu zwei Drittel. Offenbar erkennen immer mehr ausländische Erfinder die Bundesrepublik als attraktiven Markt für ihre Neuheiten. Mehr besagt eine Patentanmeldung zunächst ja noch nicht.

Wer aber weder Mühen noch Geld einer Patentanmeldung scheut, rechnet letztlich auch mit der Patentnutzung. Insofern gibt die Münchner Feststellung Anlaß zur Beunruhigung. Wenn der erhöhten Zahl ausländischer Patentanmeldungen nun auch eine erhöhte Nutzung folgt, so wäre dies ein deutliches Zeichen dafür, daß die deutsche Volkswirtschaft nicht mehr genug erfindet. Damit wäre dann aber die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik langfristig gefährdet. Diese Folge ist Grund genug, die Münchner Nachricht möglichst genau zu untersuchen, hff