„Rain Man“ ist Dustin Hoffmans Film ist ein Film von Barry Levinson ist die Geschichte eines Autisten und eines Arschlochs ist der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist eine Verbrüderung ist eine Reise durch Amerika ist motion und emotion ist der Blick aus einem alten Buick auf die weite westliche Landschaft ist eine zärtliche Komödie ist ein absurdes Melodram ist eine typische Auftragsarbeit ist ein Meisterwerk des Autorenfilms ist ein Remake von Frank Tashlins „Hollywood or Bust“ mit Tom Cruise als Dean Martin und Dustin Hoffman als Jerry Lewis. „Rain Man“ ist kein Problemfilm über Autismus und Autisten.

Barry Levinson erzählt auf amerikanische Art, also ohne Sinn für Hierarchien: Ein Film ist ein Film ist eine Verführung. Man möchte hineinspringen und mitspielen – oder man kann mit der ganzen Sache nichts anfangen. Levinsons dramaturgisches Modell ist das Baseball-Spiel: Wenn der Schlagmann den Ball genau trifft und über den Spielfeldrand hinausschleudert, dann ist plötzich alles möglich. Der Gegner bleibt hilflos, der Schlagmann kann zur Home-Base laufen und das Match gewinnen. Diesen Spielzug nennt man Home-Run. Vom Home-Run in ihrem Leben träumen alle Helden Levinsons, der Home-Run in „Rain Man“ führt von Cincinnati nach L.A. und zurück. Echte Fans sagen statt Home-Run kurz Homer – und damit ist auch Barry Levinsons Bedeutung fürs zeitgenössische Kino exakt beschrieben. C. S.