Von Takashi Inoguchi

TOKIO. – Showa („Leuchtende Harmonie“) war das Motto der Herrschaftszeit des gerade zu Grabe getragenen Kaisers Hirohito (1926-1989). Das Leitwort seines Nachfolgers lautet Heim – „Friedliche Stille“. In der Geschichte Japans war der Wechsel auf dem Thron häufig mit Veränderungen in der gesellschaftlichen und politischen Stimmung des Landes verbunden. Und schon jetzt ist das Jahr 1989 von ungewöhnlichen politischen Ereignissen überschattet.

Da ist zunächst der Skandal um den Recruit-Konzern. Am 13. Februar wurden einige der Spitzenmanager von Recruit und der Nippon Telegraph- and Telephone-Gesellschaft (NTT), darunter der einstige Vorstandsvorsitzende von Recruit, verhaftet. Die entscheidende Frage ist nun, ob und wann die Tokioter Staatsanwaltschaft Schlüsselfiguren, wie den früheren Premierminister Nakasone und den früheren Präsidenten von NTT, in die Ermittlungen einbezieht.

Das zweite wichtige Ereignis: Bei den Nachwahlen zum Unterhaus in der Präfektur Fukuoka erlitten die Liberal-Demokraten, die traditionelle Regierungspartei, eine schwere Niederlage, während der Kandidat der Sozialisten einen haushohen Sieg davontrug. Die entscheidende Frage ist nun, ob sich Premierminister Takeshita, über dem ebenfalls der Schatten des Recruit-Skandals liegt, gezwungen sieht, den Rucktritt seines Kabinetts einzureichen und Neuwahlen auszuschreiben. Und das dritte ungewöhnliche Ereignis der ersten Monate des Jahres 1989: Am 24. Februar kam in Tokio die größte Zahl ausländischer Würdenträger in der japanischen Geschichte zusammen, um der Beisetzung des Kaisers beizuwohnen – 163 insgesamt.

Sind alles dies Hinweise auch auf bevorstehende Veränderungen innerhalb der japanischen Gesellschaft, besonders bei der jungen Generation?

Das vorherrschende Bild der Showa-Zeit ist das großer Wandlungen: Unterdrückung und Befreiung, Krieg und Niederlage, rasantes Wirtschaftswachstum und unermüdliche strukturelle Anpassung. Es ist ein widersprüchliches Bild, das dem gängigen Stereotyp zu entsprechen scheint, Japan sei ein Nachzügler in der internationalen Völkergemeinschaft, der alles darangesetzt habe, mit anderen gleichzuziehen.

Für die ältere Generation trifft das gewiß zu. In der Zeit vor 1945 versuchte sie mit aller Hartnäckigkeit, Japan einen ehrenvollen Platz in der Welt zu verschaffen und scheute auch nicht vor militärischen Aktionen zurück. In der Nachkriegszeit bemühte sie sich, das Land aus den Ruinen wieder aufzubauen, und durch harte Arbeit, nicht durch Waffen, in der Welt Anerkennung zu finden. Ihre Einstellung war die einer verspäteten Macht, auf ewig darauf aus, voranzukommen und das Klassenziel zu erreichen.