Besser nicht nach Peru reisen

Ob Tibet, Venezuela oder Peru – politische Unruhen im Land wirken sich auch auf den Tourismus aus.

Die meisten Reiseveranstalter haben bis Ende März alle Tibet-Reisen abgesagt. "Das Land ist einfach geschlossen worden, die letzten Urlauber mußten ganz schnell abreisen, und Visa gab es auch nicht mehr", sagt Bettina Proksch, Geschäftsführerin von China Tours. Die Veranstalter rechnen aber damit, daß sich die Lage im April wieder entspannt.

Das Auswärtige Amt warnt auch weiterhin vor Reisen nach Peru. Gefährlich sei es vor allem für Einzelreisende. Das Peruanische Fremdenverkehrsamt hält die Befürchtungen des Auswärtigen Amtes in Bonn allerdings für übertrieben. "Der Eindruck, Touristen könnten von Anschlägen betroffen sein, entspricht nicht den Tatsachen", heißt es in einer Stellungnahme des Direktors Adolfo Dammert-Ludowieg. Ähnlich sehen es die meisten Reiseveranstalter. "Für Gruppenreisende ist das Sicherheitsrisiko gering", sagt Wolfgang Schwotzer, Geschäftsführer der Marco-Polo-Reisen. Die Reiseveranstalter haben nur wenige Peru-Reisen aus dem Programm genommen, mit Fahrten ins Landesinnere ist man jedoch vorsichtig.

Gefährlich kann es für Urlauber auch im Nahen Osten werden. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Reisen in den Libanon. Ein Visum erhält man nach Auskunft der libanesischen Botschaft ohnehin nur auf persönliche Einladung.

Über einen Urlaub in Libyen gehen die Ansichten auseinander. Während das Auswärtige Amt keinerlei Probleme sieht, fürchten viele Reiseveranstalter um die Sicherheit ihrer Kunden. "Wir würden gerne hinfahren, vor allem wegen der Ruinenstädte am Mittelmeer, aber die politische Lage ist nicht stabil genug", sagt Horst Kitzki, Pressesprecher der Ikarus Tours.

Nach dem Ende des Golfkriegs im Herbst vergangenen Jahres können Touristen wieder in den Irak fahren. Visa werden ohne weiteres erteilt. Um in den Iran einzureisen, muß man in der Regel Bekannte oder Verwandte dort haben. Auf ein Visum müssen Touristen lange warten, Reiseziele und -gründe sind genau anzugeben, und für Frauen besteht nach wie vor eine strenge Kleiderordnung. Die Reiseveranstalter bieten deshalb nur wenige Reisen in den Iran an. Vor terroristischen Anschlägen jedoch brauchen Urlauber sich nach Ansicht des Auswärtigen Amtes nicht zu fürchten.

Äthiopien-Urlauber kommen meistens nur bis Addis Abeba. Um weiter zu reisen, brauchen sie eine besondere Genehmigung. Für das Zentrum und die sudlichen Gebiete ist das kein Problem, anders sieht es mit den Nordprovinzen Eritrea und Tigre aus.

Besser nicht nach Peru reisen

Auch der gesamte Süd-Sudan ist für Urlauber gesperrt. Die Reiseveranstalter beschränken ihre Touren meist auf Khartum. Mit Gefahren müssen Touristen außerdem im Tschad und im Südjemen rechnen.

In Südostasien zählen Laos und Kambodscha zu den Urlaubsländern, in denen es für Touristen gefährlich werden könnte. "Es wäre unser Traum gewesen, mit Gruppen dorthin zu fahren, aber die Lage ist einfach noch zu undurchsichtig", sagt Klaus Vetter von Studiosus-Reisen. Ikarus Tours hat zumindest einige Fahrten nach Laos im Programm. "Kambodscha forcieren wir nicht", schränkt Horst Kitzki ein.

In Burma ist die Lage immer noch kritisch. Visa gelten grundsätzlich nur für sieben Tage, der Urlaub muß sich meistens auf den "Kernbereich" beschränken. Nach Sri Lanka fliegen die meisten Reiseveranstalter wieder von Ende März an. Fahrten auf die Philippinen dagegen werden immer noch zurückhaltend ("defensiv") verkauft.

Als Krisengebiet gilt nach wie vor Mittelamerika, vor allem Nicaragua, El Salvador und Honduras. In Guatemala dagegen hat sich die Lage beruhigt. Weitgehend unproblematisch sind auch Costa Rica und Belize. Trotz der politischen Unruhen der vergangenen Wochen sehen die meisten Reiseveranstalter auch für Venezuela-Reisende keine Gefahren.

In Zweifelsfällen sollten Reisende sich beim Auswärtigen Amt erkundigen. Über die Visa-Bestimmungen geben die einzelnen Botschaften Auskunft. Regina Aßmann