Von Esther Slevogt

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Ein giftgrünes Gewand flattert um den schmächtigen Mann, der sich mit ausladenden Gesten bewegt – einem Tänzer ähnlicher als dem Krieger, der er ist. In seinen Bewegungen erstarrt der Körper von Zeit zu Zeit und wird zu einem skurrilen Gewächs aus Gliedmaßen. Das Haar ist flammend rot. Über dem weiß geschminkten Gesicht lodert es wie die Wut dieses finsteren Fürsten über die Schlachtfelder der Tragödie.

Christian Grashof spielt Christian Grabbes Schauspiel „Herzog Theodor von Gothland“, das Alexander Lang 1984 am Deutschen Theater in Ost-Berlin inszenierte.

Wie das Meer, / So wird das All von einem Maalstrome / Durchströmt,- einmal muß Jedes, was da ist, / Ihn kreuzen, aber keins vermag es,so / Geh’n denn die Millionen mit ihm unter! / Jedoch von Allen Wehe uns, die uns / Der Mutterschoß an diesen Erdball aus- / Geworfen hat, / An diese Klippen in dem Ozean / Der Welten! Wer ihr naht, der ist verloren!“

Die Worte zieht Grashof heulend in die Länge. Unterbricht synkopisch das Metrum der verzweifelt schönen Grabbe-Verse. Dehnt die Sätze weit über das Maß hinaus und bringt die große Musikalität dieses Wörterkrieges zum Klingen. Gibt in der überzogenen Sprechweise Grabbes wütendem Pathos einen beinahe heiligen Ernst.

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