Wieder einmal drohen RAF-Häftlinge mit ihrem Selbstmord. Sie wollen sich zu Tode hungern, wenn der Staat nicht ihre Forderung erfüllt die Zusammenlegung aller.

Doch wie könnte sich der Rechtsstaat auf eine solche Nötigung einlassen? Dies müßte wie das Anerkenntnis wirken, er habe den Verurteilten bisher Unrecht getan: durch Unterbindung menschlicher Kontakte zur Außenwelt.

Doch dies ist nicht wahr. Die Inhaftierten empfangen eher mehr Besuche von Verwandten und Anwälten als andere Strafgefangene. Ein Privileg für „politische Gefangene“ aber kann es nicht geben. Die RAF möchte selbst in der Haft den Zusammenhalt der Gruppe zementieren.

Weil eben dies der Staat nicht gewähren darf, wird auch alles, was die Behörden im Einzelfall noch an Erleichterung ermöglichen könnten, den harten Kern von seinem Ziel und seinem Hungerstreik nicht abbringen. Der Konflikt kann schlimm enden – aber er ist unvermeidlich.

H.Sch