Im Vorwort zu Farias’ Buch schreibt Habermas, man dürfe Heideggers Werk nicht im Zwielicht seines Charakters deuten. Das ist wahr. Und doch gibt es in beiden Sphären Analogien, die einander wechselseitig zu erzwingen scheinen. Ein weit unterschätzter, in Heideggers Leben und Werk aber vielfach belegbarer Grundzug ist seine geradezu grausame Humorlosigkeit. Auch sie reimt sich plausibel mit dem finsteren Pathos des Mystagogen und der dumpfen Wut, die jede Kritik an ihm noch immer entbindet.

In Ludwig Wittgensteins "Vermischten Bemerkungen" steht unter dem Datum "1948" dies: "Humor ist keine Stimmung, sondern eine Weltanschauung. Und darum, wenn es richtig ist, zu sagen, im Nazi-Deutschland sei der Humor vertilgt worden, so heißt das nicht so etwas wie, man sei nicht guter Laune gewesen, sondern etwas viel Tieferes und Wichtigeres."