Einige Sätze in einer Loseblattsammlung, unter der Verantwortung des Generalinspekteurs der Bundeswehr als „internes Informationsmittel“ der Streitkräfte erstellt, erregen manche Gemüter. Die Erregung ist übertrieben.

Gewiß, in dem langen Konvolut – rund 200 kleingedruckte Seiten – weht der Geist der Vorsicht: Die Bedrohung aus dem Osten bestehe fort. Dabei spricht immer mehr dafür, daß der Wandel in der Sowjetunion tiefgreifend ist. Aber die Soldaten werden nun einmal nicht dafür bezahlt, unsere Sicherheit auf Vermutungen und Erwartungen zu gründen.

Dennoch muß der Generalinspekteur – schon um der Glaubwürdigkeit der Bundeswehr willen – den Eindruck vermeiden, er klammere sich an alte, bequeme Bedrohungsvorstellungen. Aber wahrscheinlich war er ohnehin überfordert. Solange es die Bundesregierung immer noch nicht fertigbringt, nach vier Jahren ein umfassendes Weißbuch zur Sicherheitspolitik vorzulegen, müssen alle Fingerübungen der Hardthöhen-Schreiber unbefriedigendes Stückwerk bleiben. –cb–