Präsident Bush hat zwei empfindliche Lücken in seiner Administration geschlossen, im Pentagon und im Außenministerium. Und er kann sich klammheimlich wundern über die wechselhaften Maßstäbe des Senats.

Nachdem John Tower als Kandidat des Weißen Hauses für die Pentagonführung wochenlang auf dem Capitol gegrillt und schließlich abgelehnt worden war, überstand Bushs zweite Wahl die Senatsprüfung glatt und in wenigen Stunden. Richard Cheney ist der neue US-Verteidigungsminister. Auf der Weste des bisherigen Abgeordneten aus Wyoming, „sauber wie ein Hundezahn“, ehetreu, weitgehend abstinent und streng konservativ, fanden die Senatoren keinen Flecken. Weder seine früheren Voten für sämtliche Aufrüstungsideen Reagans noch drei schwere Herzattacken und eine Bypass-Operation schmälerten die Begeisterung für Cheney.

Zum allgemeinen Erstaunen überwand auch Lawrence Eagleburger die Hürde des außenpolitischen Senatsausschusses ohne Schwierigkeiten. Dem für den Posten des stellvertretenden Außenministers vorgesehenen Diplomaten waren mancherlei Probleme prophezeit worden. Als Mitglied der Beratungsfirma Kissinger & Co hatte Eagleburger nicht bloß mehr Geld verdient als der gescholtene Lobbyist Tower, er hatte auch zweifelhaftere Klienten vertreten. Außerdem war der Kissinger-Adlatus den rechten Ausschußmitgliedern ein Dorn im Auge.

Aber der demokratisch kontrollierte Senat hat mit dem Tower-Sturz seine Machtgelüste offenbar erst einmal befriedigt. George Bush darf auf Nachsicht für die weiteren Amtsbewerber hoffen. Der Präsident braucht das Wohlwollen der Legislative. In seiner Regierung sind noch viele Spitzenpositionen unbesetzt. Und die Zeit drängt, hl