Würdig und ruhig steht er da, der überlebensgroße Buddha aus dem frühen siebten Jahrhundert, ein rätselhaftes Lächeln auf den Lippen – angeblich die beste frühkambodschanische Buddhafigur, die uns erhalten geblieben ist. Die Abbildung findet sich in dem opulenten Bildband „Das Erbe Asiens“. Wolf gang Feiten, ein passionierter Sammler aus München, und Martin Lerner, Kustos für asiatische Kunst am Metropolitan Museum in New York, haben vierzig bedeutende Skulpturen des sechsten bis dreizehnten Jahrhunderts aus dem heutigen Thailand und Kambodscha ausgewählt und beschrieben, Hugo Stiegler hat sie meisterhaft photographiert Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 1988; 268 S., Abb., 198, – DM). Alle Arbeiten stammen aus Privatsammlungen und werden hier zum ersten Mal veröffentlicht. Der Reiz der Texte und Abbildungen liegt darin, daß sie sich nicht nur an die Kenner asiatischer Kunst wenden, sondern an alle, die für die Harmonie von Abstraktion und Sinnlichkeit in der südostasiatischen Plastik empfänglich sind. Wieder einmal zeigt sich, daß die Skulpturen der Thai und Khmer denen der griechischen Antike und der Ägypter ebenbürtig sind. Viele der abgebildeten Stücke werden vom 14. April an in einer Sonderausstellung des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln zu besichtigen sein.

Hermann Hatzfeldt