„Double Indemnity“ von Billy Wilder

„Mein bester Film ist Double Indemnity-... aber ich weigere mich, meine alten Filme wieder anzusehen. Einen alten Film wiederzusehen ist wie eine zwanzig Jahre zurückliegende Liebesgeschichte aufzuwärmen – Frauen oder Film: es ist nie mehr so wie früher.“ (Billy Wilder). „Damals, 1943, als wir an Double Indemnity schrieben, sagten Sie mir, aus einer Detektiv- oder Kriminalstory könne man einfach keinen wirkungsvollen Film machen, und zwar weil der Höhepunkt darin die Entlarvung des Mörders ist und diese erst in der allerletzten Filmminute stattfindet. Die Folge hat bewiesen, daß Sie sich irrten ...“. (Raymond Chandler in einem Brief an den Produzenten Joseph Sistrom). „Der Chandler war, als wir anfingen zu arbeiten, ein reformierter Alkoholiker. Und als wir den Film fertig hatten, da war der Chandler wieder zum Trinker geworden.“ (Billy Bilder) „Mr. Wilder hat unter keinen Umständen mit seinem dünnen, am Handgriff mit Leder überzogenen Malakkaspazierstock unter Mr. Chandlers Nase herumzufuchteln oder damit auf ihn zu zeigen, wie er es während der Arbeit zu tun pflegt.“ (Raymond Chandler in einer Notiz während der Dreharbeiten). „Ich hatte für Double Indemnity einen Schluß gedreht, wo wir gezeigt haben, wie der MacMurray hingerichtet wird in der Gaskammer von Folsom ... Jetzt ist es viel besser, eleganter. Die Zuschauer schreiben sich selber das Ende.“ (Billy Wilder) „Wilders Schluß ist viel besser als meiner, und sein Trick, den Helden die Geschichte ins Diktiergerät sprechen zu lassen, den hätte ich auch verwendet, wenn ich daran gedacht hätte.“ (James M. Cain) „She liked me. I could feel that. The way you feel when the cards are falling right for you with a nice little pile of blue and yellow chips in the middle of the table.“ (Fred MacMurray als Versicherungsagent Walter Neff). „I’m sorry, Walter.“ (Barbara Stanwyck als Phyllis Dietrichson, als sie auf Neff schießt). „I love you, too.“ (Edward G. Robinson als Versicherungsdetektiv Keyes, als er dem sterbenden Neff Feuer gibt). „Seit Double Indemnity heißen die beiden wichtigsten Wörter Billy Wilder.“ (Alfred Hitchcock) A. K.

„Annies Männer“ von Ron Shelton

Baseball ist wie Sex, Baseball ist wie Religion. Auf Konzentration und Entspannung komme es dabei an, meint Annie, die es wissen muß. Denn Baseball ist ihr Leben: Sie führt Statistiken über jeden der Durham Bulls, und den besten nimmt sie eine Saison lang mit ins Bett. Ein Film also über Sex und Spiele, und darüber, wie man den Körpereinsatz durch geistiges Training erhöht. Vor der Liebe liest Annie stundenlang aus den Werken großer amerikanischer Dichter vor, vor dem Spiel zerstreut sie die Ängste ihrer Männer, indem sie ihnen vorschlägt, unter ihrem Dress Strapse zu tragen. Konditionierung also statt Kondition: Am Baseball interessieren Ron Shelton nicht die Regeln, sondern all das, was nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Wunder und Magie spielen bei diesem Sport, der so sehr auf den Mythen seines Heimatlandes basiert, von jeher eine wichtige Rolle. Deswegen geht es in „Annies Männer“ um alles, was den Rahmen des Spielfelds sprengt. Der Plot des Films gleicht der Flugbahn eines Balles: halb Berechnung, halb Unberechenbarkeit. Er fängt als Farce an und hört als Romanze auf. Susan Sarandon, Tim Robbins, Kevin Kostner: Einer wirft, einer schlägt, einer fängt. So einfach ist es nicht. Zumal, wie Annie sagt, ein Baseball soviel Nähte hat wie ein Rosenkranz Perlen. Baseball ist mehr als nur ein Spiel. Man kann daran glauben oder auch nicht. Michael Althen

Sehenswerte Filme

„Eine andere Frau“ von Woody Allen. „Landschaft im Nebel“ von Theo Angelopoulos. „Eine Frauensache“ von Claude Chabrol. „Rain Man“ von Barry Levinson. „Talk Radio“ von Oliver Stone.