DIE ZEIT

Zeitspiegel

Die Präsidentschaftswahl in El Salvador forderte ihren Blutzoll; mindestens 43 Menschen starben zur Zeit des Urnenganges, darunter drei Journalisten.

Worte der Woche

"Ich möchte in aller Höflichkeit daran erinnern, daß der Herr Bundeskanzler Helmut Kohl früher beredt und lautstark die Trennung der Ämter des Kanzlers und des Parteivorsitzenden gefordert hat.

Wolfgang Ebert: Traumschiff

"Das ist der Kampf um den Kurs der Union. Soeben versucht der Zweite Offizier Dregger, das Steuer nach Steuerbord herumzureißen, aber schon fällt ihm der Erste Offizier Geißler entschlossen in die Arme und versucht, das Schiff wieder nach Backbord zu lenken.

Die Null vor dem Komma

Daß es angesichts des Niedergangs seiner Politik unvermeidlich werden würde, die Position Helmut Kohls als Bundeskanzler und als Parteiführer in Frage zu stellen, war seit längerem vorauszusehen.

Zehn Thesen wider das Plebiszit

"Volksbegehren und Volksentscheid sollen in Gemeinden, Ländern und Bund parlamentarische Entscheidungen ergänzen." In dieser Allgemeinheit ist die Aussage nach meiner Überzeugung verfassungspolitisch nicht zu verantworten.

Frust und Filz und gute Freunde

Zögernd erhob sich Essens Oberbürgermeister Peter Reuschenbach von seinem Stuhl und stieg zum Rednerpult hinauf. Er hatte immer so getan, als ob die Krise seiner Partei und der haßerfüllte Kampf um die Macht in der fünftgrößten Stadt der Bundesrepublik ihn nicht beeindruckten.

Mechtersheimer – Libyen: Ghaddafi helfen

Merkwürdig war dieser Beitrag schon gewesen. Der Unionsabgeordnete Kittelmann rief dem Redner sogar höhnisch hinterher: "Warum klatschen die Grünen nicht?" Das geschah am 17.

Washington gibt sich härter

Nichts spielt sich gemeinhin auf der Nordseite des Weißen Hauses ab, nichts von Bedeutung jedenfalls. Das änderte sich, als dort am 26.

Friede im Fadenkreuz

In der Woche, in der eigentlich der zehnte Jahrestag des Friedensschlusses zwischen Ägypten und Israel gefeiert werden sollte – des ersten immerhin nach vier Kriegen im Nahen Osten –, trafen Ministerpräsident Jitzhak Schamir die "schlechten" Nachrichten Schlag auf Schlag: In Tunis setzten sich Amerikaner und Mitglieder der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zur zweiten Gesprächsrunde zusammen – für Schamir bleiben Arafats Abgesandte "Kriminelle und Mörder".

Diskussion um EG-Beitritt: Österreich gehört zu Europa

Die Thesen Helmut Schmidts zur Zukunft der Europäischen Gemeinschaften reizen zum Widerspruch, besonders was seine zartfühlenden Bemerkungen über Österreich betrifft: Auffällig daran ist nämlich einerseits eine offensichtliche Irritation über die Anmaßung Österreichs, sich auch als Mitglied der EG sehen zu können, mehr noch das eher erschreckende Maß an Unverständnis über die wirkliche Rolle und Funktion der Neutralität Österreichs im heutigen Europa.

Wahlen in der Türkei: Stimmen des Zorns

Sechs Jahre lang haben die Türken die harten Wirtschaftsreformen von Turgut Özal, ihrem Ministerpräsidenten, ertragen. Den besseren Zeiten, die er ihnen als Lohn für ihr Darben versprach, wollten sie nicht im Wege stehen.

Alfons Nossol: Ein Pole für Berlin?

Das Gerücht, das sich verdichtet, klingt nicht mehr so absurd, seit Kardinal Meissner aus der DDR nach Köln versetzt wurde: Für Alfons Nossol, den Bischof von Opole (Oppeln), der als Nachfolger Meissners in Berlin im Gerede ist, würde der Weg von der Oder an die Spree nicht ganz in die Fremde führen.

Weltbühne: Kein Weg aus Warschau

Per Flugzeug können Sie mit ihrem Visum nicht aus Polen ausreisen!" Der Beamte im Warschauer Außenministerium reagiert erkennbar unwirsch auf das Begehren.

Richterschelte: Unbequeme Kontrolleure

Dem Stuttgarter Ermittlungsrichter Rainer Wolf werden im sonntäglichen Bereitschaftsdienst zwei Beschuldigte, angeblich Rauschgift-Dealer, vorgeführt.

Amtshilfe für den Storch

Dreißig Kilometer nördlich von Salzburg, auf bayerischer Seite des Grenzflusses Salzach und zwischen den malerischen Städtchen Laufen und Tittmoning, liegt die Gemeinde Fridolfing.

Spiel ums Ganze

Diese Werbeschlacht sucht ihresgleichen. Banken und Sparkassen preisen so massiv wie nie zuvor ihre Kreditkarten an. "Sechzig Mark Jahresgebühr und weltweit am meisten verbreitet", überschreibt die KKB Bank ihre Vierfarbenanzeigen in Publikumszeitschriften und meint: "Das zählt.

Abgasreinigung: Peinlich

Selbstlob stinkt, sagt der Volksmund, auch wenn es nicht mit den Fakten kollidiert. Frau Erika Emmerich, die seit Jahresanfang auf dem Präsidentenstuhl beim Verband der Automobilindustrie sitzt, schaffte jetzt eine Peinlichkeit noch stärkerer Art: Sie belobigte die heimischen Autohersteller für etwas, das im Lichte der Fakten nur Kritik verdient.

Polenkredit: Brisant

Soll der Westen Polen die Auslandsschulden erlassen? Je dramatischer der Reformprozeß in Osteuropa vorangeht, desto dringlicher müssen sich die Gläubiger mit dieser Frage befassen.

Thomas Hanke:: Warnschuß aus Washington

Länger als sechs Monate war es still um den Airbus. Jetzt sind die Amerikaner wieder in die Offensive gegangen. Sie fordern die Europäische Gemeinschaft zu Konsultationen im Rahmen des Gatt (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) auf.

Bonner Kulisse

Daß die Mitte März von der Regierung beschlossenen Wohltaten – Verbesserung der Wohnungsbauförderung, der Ausbildungshilfen wie der Familienlasten – bei der Opposition Widerspruch hervorrufen, ist politisch normal, in der Sache sogar berechtigt.

Familien machen Kasse

Weil eine Steuervergünstigung ausläuft, kommen viele mittelständische Unternehmen in neue Hände

Wirtschaftsbuch: Genosse Kapitalist

Wie wird man Millionär? Der amerikanische Selfmademan und Ölmagnat Armand Hammer erklärte es einem Neugierigen einmal so: "Am besten warten Sie auf eine Revolution in Rußland.

Wirtschaftsbuch: Alternative mit Schlagseite

Dem Satz kann man nur zustimmen: "Es ist eine Schande, daß eine der reichsten Industrienationen der Welt nicht in der Lage ist, allen Bürgern Arbeit zu verschaffen.

Schweizer Banken: Furcht vor der Krise

Morgens um sieben ist die Welt im Zürcher Bankenviertel noch in Ordnung. Dicht gedrängt stehen die Menschen in den Straßenbahnen, die im Minutentakt, blauen Tatzelwürmern gleich, auf den Paradeplatz, das Zentrum des Finanzplatzes Schweiz, zukriechen.

Zeit und Geld: Der Sparstrumpf wird beliebter

Privatanleger werden in diesem Jahr fast 132 Milliarden Mark auf die hohe Kante legen. Von dieser Größenordnung gehen die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus.

Markt-Report: Die Kurse pendeln hin und her

Zinsängste beherrschen zur Zeit die Weltbörsen. Nirgends kann sich eine klare Tendenz durchsetzen. Bemerkenswert an dieser Situation ist, daß an allen Börsenplätzen keine Flut von Verkauforders eintraf, so daß scharfe Kurseinbrüche bisher vermieden werden konnten.

Bank und Börse: Die Tücken des Bausparens

Weder niedrige Bausparzinsen noch die Einschränkung der staatlichen Förderung konnten die Bundesbürger im vergangenen Jahr davon abhalten, so viele Verträge zu unterzeichnen wie lange nicht mehr.

Begrenzter Fortschritt

ZEIT: Herr Minister Töpfer, schon vor Monaten geißelten Sie den Giftmüllexport als "das Unverantwortlichste, was es gibt". Nun behaupten Kritiker, daß nicht zuletzt auf Druck der deutschen Delegation die Baseler Konvention das schmutzige Geschäft legalisiert.

MANAGER UND MÄRKTE

Die DDR entdeckt ihr Herz für den bundesdeutschen Mittelstand. Bevorzugten die Wirtschaftsplaner im zweiten deutschen Staat bisher die ganz Großen des Kapitalismus, so glauben Kenner des innerdeutschen Handels, seit der jüngsten Leipziger Frühjahrsmesse eine Trendumkehr entdecken zu können: Die Ostdeutschen wollen das Innovationspotential der westdeutschen Klein- und Mittelbetriebe für sich nutzen.

Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit: Falsche Richtung

Der Schock sitzt mir noch in den Gliedern: Aber in Berlin bahnte sich an, in Frankfurt bestätigte sich, daß wir im nächsten Bundestag ziemlich sicher eine linke (rote oder rot/grüne) Mehrheit bekommen werden.

ZEITRAFFER

Vom Geschäftsjahr 1987 an sind bundesdeutsche Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) ab einer bestimmten Größe gesetzlich verpflichtet, ihre Geschäftsabschlüsse zu veröffentlichen, doch nur 26 000 der rund 370 000 betroffenen Unternehmen haben es bislang für nötig befunden, diese Publizitätspflicht zu erfüllen.

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