Bisweilen stoßen sich die Interessen wirklich hart im Raum. Einerseits darf der geneigte Leser natürlich auch in dieser Ausgabe der Zeitung wieder völlig zu Recht Mitteilung aller Neuigkeiten aus Nah und Fern erwarten. Andererseits sieht sich die Redaktion aber heute auch einer gewissen Diskretion verpflichtet.

Um es kurz zu machen: Wir verfügen über durchaus handfeste Informationen über ein gänzlich neues Ferienziel im Indischen Ozean. Kokospalmen, Strände aus leuchtend-weißem Korallensand, kein Mensch weit und breit – wir kommen nicht umhin, von einem Geheimtip zu sprechen.

Damit liegt unser Problem auf der Hand. Geheimtips bekommt es ihrem Wesen nach natürlich immer noch am besten, wenn man sein Wissen ganz einfach für sich behält. Andererseits wollen wir auch nicht unfair sein. Die Deutschen gelten nun schon seit Jahren als die „Reiseweltmeister“, auch uns ist selbstverständlich an einer erfolgreichen Verteidigung des Titels gelegen, die Konkurrenten (Japaner!) schlafen bekanntlich nicht.

Um mit dem Namen des neuen Ziels zu beginnen. Lakkadiven. Rein phonetisch sicher etwas gewöhnungsbedürftig, aber immerhin wie geschaffen für vertrauliche Kurzformen (Luckys?).

Auch die geographische Lage der insgesamt 36 tropischen Inselchen gibt zunächst eher Rätsel auf. Ein handelsüblicher Atlas führt sie an der Westküste Südindiens, irgendwo im Arabischen Meer, mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Wie es heißt, bilden die Lakkadiven gewissermaßen die nördliche Verlängerung der Malediven, was zumindest Flitterwöchnern und Schnorchlern eine gewisse Orientierung erlaubt.

Konsequenterweise führt die etwas dezentrale Lage der Lackadiven zu einer eher umständlichen Anreise. Nach Auskunft erster Besucher dauert sie rund drei Tage und führt über Goa und Cochin in Südindien auf eine Insel namens Agatti. Von dort aus, so ein Globetrotter-Scherz, kann man schwimmen oder aber mit einem Boot in knapp zwei Stunden die Insel Bangaram/Lakkadiven erreichen.

Was die naheliegende Frage nach dem Freizeitwert an Ort und Stelle betrifft, so bleiben die Angaben dazu eher diffus. Von einer verschwenderischen Natur ist die Rede, von einem Korallenriff, das vor Haifischen schützt, von ruhigem Wasser in der Lagune, von Kanus und Kajaks und unbewohnten Inseln ganz in der Nähe ...