Um die Klimakatastrophe durch den Treibhauseffekt noch abzuwenden, muß weniger Kohle, Öl und Gas verbraucht werden. Doch reicht das Energiesparen aus? Oder brauchen wir zusätzlich mehr Kernkraft? Zwei Exponenten streiten.

Das Problem der Erwärmung der Erdatmosphäre durch Kohlendioxid (CO 2) und andere Spurengase wie die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), Lachgas und Methan wird seit langem wissenschaftlich untersucht. Die Fachleute sind sich seit einigen Jahren weitgehend darüber einig, daß dieser sogenannte Treibhauseffekt ernst zu nehmen ist.

Der Treibhauseffekt geht zu etwa fünfzig Prozent auf das eigentliche CO 2 zurück, die anderen fünfzig Prozent des Effektes kommen aufgrund der anderen Spurengase zustande. Man verrechnet diese anderen Spurengase auf das eigentliche CO 2 und spricht dann von einem effektiven CO 2-Gehalt, der also etwa doppelt so groß ist wie der eigentliche. Bei einer Verdopplung dieses effektiven CO 2-Gehaltes der Atmosphäre wird eine Erhöhung der global gemittelten Temperaturen erwartet, die zwischen 1,5 und 4,5 Grad Celsius liegen dürfte. Diese Erwärmung ist aber nicht gleichmäßig verteilt. Vielmehr wird sie um so größer sein, je mehr man sich höheren nördlichen oder südlichen Breiten, also den Polkappen nähert. Dort könnte die Temperaturerhöhung etwa zehn Grad betragen. Deshalb ist zu befürchten, daß das Festlandeis in der Antarktis abschmilzt und ein Ansteigen des Meeresspiegels im Meter-Bereich bewirkt. Darüber hinaus könnten nicht nur die mittlere Temperatur, sondern auch die Klimaschwankungen zunehmen. Es gibt Stimmen, die die großen Klimaanomalien der achtziger Jahre bereits in diesen Zusammenhang stellen, jedoch läßt sich das nicht wissenschaftlich einwandfrei belegen.

Die Verdopplung des effektiven CO 2-Gehaltes könnte etwa Mitte des nächsten Jahrhunderts eingetreten sein. Es stellt sich deshalb die Frage, ob man die Emission der Spurengase, die den Treibhauseffekt bewirken, wirksam vermindern kann, ob es also Wege aus dem CO 2-Problem gibt.

Relativ einfach dürfte es sein, die Emission der Fluorchlorkohlenwasserstoffe zu reduzieren und zu beenden. Das Protokoll von Montreal 1987 ist hierfür ein erster Schritt und die kürzlich in London abgehaltene Konferenz ein ermutigender weiterer Schritt von Seiten der Politik.

Vor allem aber muß man die eigentlichen CO 2 – Emissionen, die bei der Verwendung von Kohle, Öl oder Gas als Primärenergieträger anfallen, reduzieren. Hierfür gibt es grundsätzlich vier Möglichkeiten:

  • Energiesparmaßnahmen und Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz bei der Nutzung der Energie.
  • Weitgehende Ersetzung von Kohle durch Erdgas, wobei allerdings die Gasverluste an die Atmosphäre klein gehalten werden müssen, da Erdgas (CH 4) seinerseits zu den Spurengasen gehört.
  • Stark ansteigende Nutzung der Kernenergie.
  • Stark ansteigende Nutzung aller anderen regenerierbaren Energiequellen. Dazu gehört insbesondere die Nutzung der Sonnenenergie.