DIE ZEIT

DDR: Falscher Jubel

© dpa/​Roland Holschneider

Die DDR tat so, als habe es bei der Kommunalwahl wirklich etwas zu wählen gegeben. Jetzt glaubt ihnen das keiner mehr.

Pidgin reicht?

Die Engländer haben es kommod. Während alle anderen Europäer sich anstrengen müssen, um zugunsten des Gemeinsamen Marktes ausländisch zu sprechen, und neuerdings sogar manche Franzosen ihr Herz in beide Hände nehmen und versuchen, in fremder Zunge zu reden, werden die Briten von jedem verstanden, solange sie nur laut genug sprechen.

Achtung: Spalter

Nun wird es wieder Aufregung geben in London und Washington. Man wird Genscherismus, Gorbimanie und Rapallo beschwören. Warum? Weil viele sich dort nicht vorstellen können, daß etwas anderes als der Traum vom deutschen Sonderweg Anlaß für den Besuch von Admiral Weilershof in der Sowjetunion und für seinen Wunsch nach regelmäßigem Austausch von Offizieren beider Nationen sein konnte.

Verdrängt

änos Kádár, mit 32 Amtsjahren der Dienstälteste unter den osteuropäischen KP-Führern, konnte nicht gehen. Er mußte verdrängt werden.

Zeitspiegel

Die Nordamerikaner sind seit jeher ein gottesfürchtiges Volk. Wie zum Beweis rangen sich jetzt zwei ansonsten streitsüchtige Gegner, der Kongreß und der Präsident, zu einem heiligen Kompromiß zusammen: Sie verfügten, daß fortan jeder erste Donnerstag im Mai zum "Nationalen Tag des Gebets" erhoben wird.

Worte der Woche

"Wenn die Palästinenser für jeden Märtyrer außerhalb Palästinas fünf Amerikaner oder Briten oder Franzosen hinrichten oder töten, würden die Zionisten dieses Unrecht nicht fortsetzen.

Vom Berufspolitiker zum Politiker aus Berufung

Held, Schurke – oder was sonst? Die Nato in der Krise, die Westdeutschen im Bierverschiß bei ihren anglo-amerikanischen Verbündeten – Hans-Dietrich Genscher spielt im jüngsten Bündnisstreit die Hauptrolle.

Bundesjustiziministerium: Ein Mann für heikle Aufgaben

In wenigen Tagen steht ein Rekord bevor, der gute Aussichten besitzt, im Trubel der anderen Ereignisse unterzugehen. Ein findiger Kopf hat nämlich herausgefunden, daß der Justizminister Ende Mai länger als alle seine Vorgänger seit 1949 im Amt sein wird.

Wolfgang Ebert: Glück gehabt

Später hatte keiner von den guten Freunden, die bei ihrem Griechen saßen, sagen können, wie sie ausgerechnet auf das Thema Gluck gekommen waren.

Bonner Bühne: Der Mensch als König

Wer küßt die Republik?" Wer unter diesem Titel eine Gegenveranstaltung zu den offiziellen Feierlichkeiten über "40 Jahre Bundesrepublik" plant, weil diese zu selbstgefällig ausfielen und zu viel verdrängten, wie Hilde von Braunmühl zur Eröffnung des Kongresses meinte – der nimmt sich viel vor und weckt große Erwartungen.

Totes Meer vor Danzig

In noch weit erbärmlicherem Zustand als die Nordsee, sagen Umweltkämpfer von Greenpeace ebenso wie die Naturschützer vom WWF, befinde sich der Patient Ostsee: Der Kranke sei bereits klinisch tot, zur Wiederbelebung brauche es einschneidende Maßnahmen, und zwar sofort.

Bonner Kulisse

Muß ein Sportverein das Kartellrecht respektieren? Keine Angst, es steht keine neue Großfusion an. Es geht vielmehr um die Frage, ob ein Club seine Zuschauer aussuchen darf oder ob eine Art Belieferungszwang besteht, wie ihn der Paragraph 26 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) vorschreibt.

Wirtschaftsbuch: Raritäten an der Spitze

Frauen an der Spitze von Unternehmen? In deutschen Vorstandsetagen scheint "Mann" immer noch Vorbehalte zu haben. Wenn es um Frauen in höchsten Führungspositionen geht, bildet die Bundesrepublik im europäischen Vergleich – neben Italien und den Niederlanden – eindeutig das Schlußlicht.

Sozialdemokraten: Programm für Oskar

Die Runde hat nichts von einer Verschwörung, und doch hüllen sich ihre 22 Mitglieder am liebsten in Schweigen. Jeden zweiten Freitag im Monat treffen sie sich zur Diskussion, und auf die ungewohnte Diskretion angesprochen, erklärt einer der Beteiligten: "Wir haben Oskar versprochen dichtzuhalten.

Skepsis gegen Scanner

Der Filialleiter eines Münchner Warenhauses war fest davon überzeugt, daß die Preiskontrolleure in seinem Laden keine Fehler finden würden.

Revier: Zögernde Zahler

So bereitwillig die Stahlunternehmen von der Bundesrepublik und von den Stahlländern Subventionen in Höhe von 1,8 Milliarden Mark kassiert haben, so schwer tun sie sich jetzt – ausgenommen Thyssen Stahl –, dieses Geld zurückzuzahlen.

Niederlande: Wie ein Auto-Scooter

In der Bundesrepublik könnte nur ein politischer Selbstmörder oder eingefleischter Autofeind so etwas laut sagen: "Wir wollen den Autoverkehr zurückdrängen.

Rudolf Engen: Langer Dienstag!

Immer wenn die Modernisierung der Kurzstrecken-Offnungszeiten im deutschen Einzelhandel zur Debatte steht, prallen in der Arbeitsgruppe "Flexi-Life" der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) die Meinungen hart aufeinander.

Landwirtschaft: Keine Hoffnung für die Bauern

Bauer Stauderer aus Brunhausen gießt Rapsöl statt Diesel in den Tank seines Traktors. Der Raps stammt vom eigenen Acker, das Öl wurde in der eigenen Ölmühle gepreßt.

Frankreich: Ein ungezähmter Strom

Die meiste Zeit ist sie friedlich. Aber so etwa alle hundert Jahre wird sie zum tosenden Ungeheuer. Wenn die Niederschläge im Zentralmassiv zu heftig sind, steigt ihr Wasserspiegel innerhalb kurzer Zeit um mehrere Meter.

Spanien: Zwiespältiger Erfolg

Am liebsten spricht Carlos Solchaga vor internationalem Publikum. Da fühlt sich der ehemalige Harvard-Schüler wohl, und auch sein Lieblingsthema findet dort noch staunende Zuhörer: Milagro espanol – das spanische Wirtschaftswunder – liegt dem Wirtschafts- und Finanzminister des Landes besonders am Herzen.

Markt-Report: Warten auf Milliarden

Der deutsche Wertpapiermarkt befindet sich weiterhin in einem Spannungsfeld. Einerseits drücken Zins- und Dollar-Sorgen auf die Stimmung der Börsianer, andererseits ermutigt die günstige Konjunkturentwicklung.

Eine Bank zieht ab

Der Spruch ist aus der Lebensmittelbranche entlehnt: "Geht Butter, geht Käse", sagen Börsianer, wenn zu Beginn einer Hausse alle Aktien mehr oder minder kräftig im Kurs steigen.

Optimaler Kompromiß

ZEIT: Der Handel wehrt sich gegen die geplante Verkürzung der Ladenschlußzeiten am Samstag. Der ausgehandelte Kompromiß scheint daher wenig Chancen zu haben, von den Fraktionen abgesegnet zu werden.

Der Dieb im Kopf

Wer in Hongkong war und nicht mindestens eine neue Armbanduhr mit nach Hause bringt, ist selber schuld. Eine Omega-Quarzuhr mit Goldauflage, die in Hamburg oder Düsseldorf rund 2000 Mark kostet, ist in den Straßen Kowloons für noch nicht einmal neunzig Dollar zu haben.

Ethik gegen Ideologien

Unternehmer und Manager führen ihre Vision des wirtschaftlich Möglichen in die Wirklichkeit. Macht ist das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

The Cure on tour: Die Aktie Schwermut

Die Zeit der Jubelfeiern: The Cure, eine der großen Bands, die zur Eröffnung des Rocksommers auf Europatournee gehen, ist jetzt zehn Jahre alt; und ihr Kopf, Robert Smith, der leider eher ihr Bauch zu sein scheint, ist gerade dreißig geworden.

Comics: Asterix contra Alcolix

Nur in den seltensten Fällen gibt es vor Gericht etwas zu lachen. Dies ist auch in München nicht anders, obwohl sich vor dem dortigen Landgericht jetzt Anwälte zweier Verlage gegenüberstehen, die mit Humor handeln.

Wahrzeichen: Streit ums Minarett

Ich hoffe, daß sich das wieder in die Reihe bringen läßt." Vor der Ratssitzung zeigte sich Bürgermeister Georg Halbe, christdemokratischer Ortsvorsteher der oberbergischen Gemeinde Waldbröl, optimistisch.

Kunstfehler: Gegen den Gott in Weiß

Das ist unglaublich", schimpft Kerstin Hagemann, "das Gericht hat sämtliche Vorurteile bestätigt, die der Laie so hat, daß nämlich auch Juristen den Ärzten nichts tun.

Umwelttickets: Tiefer ins Minus

Mit Hilfe eines "Umwelttickets", einer stark ermäßigten, übertragbaren Monatskarte, wollen immer mehr Kommunen den Autofahrern die Benutzung von Bussen und Bahnen schmackhaft machen und so zugleich einen Beitrag leisten für bessere Luft.

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