ZEIT: Der Handel wehrt sich gegen die geplante Verkürzung der Ladenschlußzeiten am Samstag. Der ausgehandelte Kompromiß scheint daher wenig Chancen zu haben, von den Fraktionen abgesegnet zu werden. Wäre für die CDA auch ein anderer Kompromiß denkbar?

Horsken: Wir sind generell gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Wir haben lediglich einem Kompromiß zugestimmt, der Dienstleistungsabend heißt, und das bedeutet nicht nur längere Öffnung im Einzelhandel, sondern zum Beispiel auch in der Kommunalverwaltung. Wenn es zu einer Verlängerung in der Woche kommt, muß es einen Ausgleich geben. Die freien Zeiten müssen für die Beschäftigten den gleichen Freizeitwert haben. Wenn in der Woche länger geöffnet wird, muß am Samstag eher geschlossen werden.

ZEIT: Mit dem Samstag wird aber doch ein Tag mit einem überaus großen Kundenandrang geopfert.

Horsken: Wir haben uns nicht auf den Samstag festgelegt. Aber die Öffnungszeiten dürfen nicht erweitert werden, weil dies zu Lasten der über zwei Millionen im Handel beschäftigten Frauen geht.

ZEIT: Das Gedränge der Berufstätigen am Samstag wird aber noch größer werden.

Horsken: In vielen Bereichen haben die Berufstätigen schon ab Freitag mittag frei, so daß die Einkaufsmöglichkeiten schon wesentlich größer sind. Das Gedränge am Samstag ist auch bei längeren Öffnungszeiten nicht zu verhindern. Es ist nun einmal so, daß die meisten Menschen am Wochenende einkaufen gehen. Da würde es wahrscheinlich nur eine Entzerrung geben, wenn wir demnächst womöglich auch noch den Sonntag zum Verkauf freigeben.

ZEIT: Im Ergebnis scheint der jetzt vorgeschlagene Kompromiß die Öffnungszeiten jedoch zu reduzieren. Jedes Geschäft muß jetzt samstags früher schließen, die längere Öffnung am Donnerstag ist aber in vielen Geschäften durch Betriebsvereinbarungen schon vorsorglich verhindert worden.