ALCANTARA: Die handeln doch selbst mit Drogen: Sie selbst, die CIA und DEA (die amerikanische Behörde für Drogenbekämpfung, Ann. d. Red.), dealen mit. Botschafter Lewis Tambs wurde, nachdem er Kolumbien verlassen hatte, nach Costa Rica gesandt. Und er mußte Costa Rica verlassen, weil er zur Unterstützung der nicaraguanischen Contras den Drogenhandel forderte.

Warum bezahlt Washington dann so viele Mitarbeiter seiner DEA in Kolumbien? Alles nur Schau?

ALCANTARA: Auch die handeln mit Drogen ...

Bitte?

ALCANTARA: Sie machen beides, Drogenbekämpfung und Guerilla-Bekämpfung. Und gleichzeitig durchdringen sie unsere ganze Regierung. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Unser letzter Gereralstaatsanwalt, Horacio Serpa Uribe, war ein Freund von mir. Als er sein Amt antrat, fand er innerhalb seiner Behörde eine Einheit von amerikanischen Drogenfahndern. Und er bekam Ärger mit der US-Botschaft, als er sie rauswarf.

Die werden gesagt haben, sie wollten nur helfen. ALCANTARA: Ja, aber sie sind Ausländer. Sie haben dort nichts zu suchen!

Aber das einzige, was die Drogenmafia fürchten muß, ist doch eine Auslieferung an die Vereinigten Staaten – in Kolumbien laufen die Kokain-Bosse frei herum.