Wer eine Bahnfahrkarte gekauft, ein Schlafwagenbett gebucht oder einen Platz im Autoreisezug bestellt hat und dann doch nicht verreist, bekommt Geld zurück. Wieviel, das hängt vom Zeitpunkt der Stornierung ab.

Werden nichtgenutzte Fahrkarten vor dem ersten möglichen Reisetag zurückgegeben, ist dies in der Bahnfachsprache eine „Rücknahme“: Der Fahrpreis wird voll ausgezahlt, dies gilt auch für ermäßigte Karten wie etwa das Super-Sparpreis- oder das Rail & Fly-Ticket. Wird dagegen die Fahrkarte erst nach dem ersten Geltungstag vorgelegt, dann verlangt die Bahn eine Bearbeitungsgebühr von 9,60 Mark. Diese Gebühr wird nur einmal erhoben, auch wenn mehrere Fahrausweise eingereicht werden. Generell endet die Frist für die Rückgabe sechs Monate nach dem Ausstellungsdatum.

Wer mit einer Rückfahrkarte zum vollen Fahrpreis reist und sich am Ziel entschließt, nicht mehr mit der Bahn zurückzufahren, kann sich sein Geld wieder auszahlen lassen, wenn er durch eine Bestätigung des Schalterbeamten etwa oder die fehlenden Schaffnermarkierungen für die Strecke zurück nachweisen kann, daß er nicht Zug gefahren ist. Erstattet wird, abzüglich der obligatorischen 9,60 Mark Bearbeitungsgebühr, die Differenz zwischen gezahltem Preis und einfacher Fahrt. Nichts allerdings rückt die Bahn heraus bei den stark ermäßigten Sondertickets (dem Super-Sparpreis zum Beispiel), da in diesem Fall die Hin- und Rückfahrkarte oft schon günstiger ist als der Normaltarif für die einfache Tour.

Bei der Rückgabe von Liege- und Schlafwagenkarten sind einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Nur zehn Prozent des Bettpreises werden als Gebühr abgezogen, storniert man den Schlafplatz bis zu drei Stunden vor Abfahrt des Zuges, beim Liegewagen behält die Bahn 3,50 Mark ein. Vergißt der Kunde abzubestellen, dann erhält er nur noch fünfzig Prozent der Kosten für den Liege- oder Schlafwagenplatz zurück. Das gleiche gilt für den Bett- oder Liegewagenplatz im Autoreisezug, jedoch muß wesentlich früher storniert werden. Zehn Tage vor Antritt der geplanten Reise muß man absagen, andernfalls gibt es nur noch die Hälfte des Geldes wieder. Für die Rückerstattung des Transportpreises fürs Auto werden vor Ablauf der Zehntagesfrist 25 Mark Gebühren kassiert, 45 sind es bei Stornierung am Abfahrtstag, 65 Mark, wenn der Zug weg ist.

Erstattet werden übrigens auch die Ausgaben für EC- oder IC-Zuschläge, die, vor Abreise gekauft, eine Mark weniger kosten als im Zug beim Schaffner nachgelöst.

Das Nachsehen allerdings haben Reisende mit reserviertem Platz, die fünfzehn Minuten nach Abfahrt ihren Sitz nicht eingenommen oder ersichtlich als belegt gekennzeichnet haben – wobei ein Mantel oder eine Jacke deutlicher „besetzt“ signalisiert als nur eine Zeitung. Nach einer Viertelstunde ist der Platz frei für jedermann. V. B.