DIE ZEIT

Warnung

Sprunghaft ansteigende Armuts-Kriminalität, Geschäftsplünderungen, gewalttätige Proteste, Demonstrationen, Tote, Ausnahmezustand zu Beginn der Woche – die Amtszeit des argentinischen Präsidenten Raul Alfonsín geht turbulent zu Ende.

Schablonen

Eklat im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Parlamentsvizepräsidentin Hilde Schramm von der Alternativen Liste will eine Formel nicht sprechen, mit der seit 1955 jede Sitzung eröffnet wird und die 1962, nach dem Mauerbau, mit einem Zusatz versehen wurde: „Ich bekunde unseren unbeugsamen Willen, daß die Mauer fallen und Deutschland mit seiner Hauptstadt Berlin in Frieden und Freiheit wieder vereinigt werden muß.

Klar zur Wende?

Ob die Liberalen der Ironie des Augenblicks überhaupt gewahr wurden? Am Wochenende beschworen sie auf ihrem Parteitag den "Genscherismus" als alleinseligmachendes Prinzip.

Premiere im Kreml

Nach fünf Tagen eines parlamentarischen Manövers ohne Beispiel in der sowjetischen Geschichte hat Michail Gorbatschow die auf freiem Felde und vor laufenden Kameras streitenden Truppen zu sammeln versucht.

Zeitspiegel

Nicht nur auf Raketen-, sondern auch auf Zehenspitzen hat das jüngste deutsch-amerikanische Treffen stattgefunden. So gespannt war die Atmosphäre vor der Stippvisite von George Bush in Bonn, daß Kanzler Kohl zu verstehen gab, bei den protokollarischen Vorbereitungen möge im Falle von Meinungsverschiedenheiten stets nach den Wünschen des Weißen Hauses verfahren werden.

Der Präsident und sein Parlament

Der Mann, der Moskau an diesem Montag abend von einem Alptraum befreit, könnte die Rolle des Erlösers bei den Oberammergauer Passionsspielen spielen: mit dunklem, sorgfältig gebändigtem Vollbart, mit sanften, klaren Zügen und einem weichen Timbre in der ruhigen Stimme.

Wird die Regierung ausgestrichen?

In fast jedem Schaufenster der Krakauer Innenstadt hängen Plakate von Kandidaten der Opposition für den neu zu wählenden Sejm und den erstmals zu besetzenden Senat.

Wolfgang Ebert: Ronnie, come back!

Es war die reinste Trauerversammlung am Stammtisch in „Axel’s Bistro“, wo sie gerade trotzig „Wir wollen unseren alten Ronnie wiederhaben“ gröhlten.

Hafenstraße am Ende?: Die Schlacht fand nicht statt

Harry hat die Schnauze voll. Das Original von St. Pauli, weitum bekannt durch seinen "Hafenbazar", schließt den Laden ab. Die Riesenmuscheln, die er vor dem Fenster als Souvenirs feilbietet, sind nun mal keine Wurfgeschosse in der von der Bild-Zeitung angekündigten Schlacht um die Hafenstraße.

Nachlese: Irische Doppelwahl

Zum fünften Mal in diesem Jahrzehnt wird die Republik Irland am 15. Juni – gleichzeitig mit der Wahl der irischen Europa-Abgeordneten – ein neues Parlament wählen.

Weltbühne: Ein Staat stirbt

Der Notizblock blieb weiß, das Wasserglas wurde nie benutzt, das Fähnchen mit der Zeder nicht verrückt: Beim Treffen der Arabischen Liga im Königspalast von Casablanca blieb der Platz des Libanon leer.

Rückblick: Der Krieg geht weiter

Ich bin zum ersten Mal in der Bundesrepublik und in Europa. Es ist selten, daß ein Guerilla-Führer sich nach Bonn verirrt“, erklärte John Garang mit einem verschmitzten Lächeln.

Bonner Bühne: Nonsens mit Methode

Traut Euch, macht Frieden“, drängt die SPD auf Plakaten zur Europawahl auf der Bonner Adenauerallee, gleich hinter dem Kanzler- und dem Präsidialamt.

Die Prügelknaben der Nation

Die Klänge von Beethovens Ouvertüre zu Egmont, intoniert vom Polizeiorchester, erfüllen die Berliner Philharmonie. Für 974 junge Polizistinnen und Polizisten naht der feierliche Augenblick: An diesem 23.

Unrecht wird Gesetz

Dies müssen die berühmten "guten, alten Zeiten" gewesen sein: "So viel Policey vnd bürgerliche Ordnung belanget", heißt es in Heinrich Pantaleons "Teutscher Nation Heldenbuch von 1562, "haben die völcker inn dem alten Teutschen land alle zeit in höchster freyheit gelebt.

Polizei-Politik

Wo bleibt denn die Verstärkung? Die paar Bullen werden von den Autonomen doch eingemacht.“ Unten auf der Straße ruft ein Einsatzleiter seine Polizisten zum Vorrücken auf.

Höchstes Ziel: A9

Was der rheinland-pfälzische Innenminister Rudi Geil da in der Zeitung las, mißfiel ihm so sehr, daß er zur „Amtsermittlung“ schritt.

Als im Rheinsaal Gefangene schliefen...: Das Lager mitten in der Stadt

Die Kölner „Photokina“ ist stets überfüllt, nur im Restaurant des Messeturms kann man für einen Moment ausruhen. 1980, am ersten Messetag, aber sorgte ein Flugblatt des Kölners Sammy Maedge für Aufregung: „Liebe Messebesucher! Bitte beachten Sie, daß in diesen Messehallen in der NS-Zeit ein Außenlager des KZ Buchenwald untergebracht war, durch das viele Menschen in den Tod geschickt wurden.

Tabletten-Sucht: Verschluck dich nicht

Die alte Dame nimmt seit Jahren abends zum Einschlafen eine Tablette. „Das Mittel tut Ihnen gut“, hatte ihr der Arzt gesagt, als sie nach dem Tod ihres Mannes nachts nicht mehr schlafen konnte.

Im Schutz der Dunkelheit

Versicherungsmanager sind anscheinend nicht zu beneiden. „Wir fühlen uns manchmal wie ein Hummer“, so schätzt Georg Büchner die Lage der Branche gern ein, „von den Kunden begehrt, von den Politikern geknackt und von einigen Genießern allzusehr ausgelutscht.

Ein trister Laden

Schon einmal war die christlich-liberale Bun- desregierung an einem Arbeitskampf nicht unbeteiligt: Als vor fünf Jahren die Tarifparteien in der Metall- und Druckindustrie im Streit um die Arbeitszeitverkürzung aneinandergerieten, ergriff Helmut Kohl so deutlich die Partei der Arbeitgeber, daß ihr Widerstand gegen die "dumme" und "törichte" Gewerkschaftsforderung erheblich gestärkt wurde.

Bonner Kulisse

Wenn Bundeskanzler Helmut Kohl sich schon immer gern als bedeutender Europäer ausweist, sollte er sich auch so geben, findet der SPD-Abgeordnete Uwe Jens.

Wettbewerb: Theoretiker ohne Rat

Joseph A. Schumpeter ist ein vielzitierter Mann. Der 1932 in die USA ausgewanderte österreichische Ökonomie-Professor hat nämlich einen Unternehmertypus beschrieben, wie er heute besonders gefragt ist: den Pionier.

Touristikunternehmen: Ärger im Club

Wolfgang Momberger ist ein sportlicher Mann. In seiner freien Zeit liebt er es, aufs Rennrad zu steigen, Ski zu fahren oder mit Oldtimer-Rennautos über die Pisten zu jagen.

Vom Jäger zum Yuppie

Auf dem Rupert River hat die kanadische Winter genau sieben Monate und 23 Tage gedauert. Jetzt endlich driften die meterdicken Schollen auseinander.

Fluggesellschaften: Gewagtes Manöver

Von konsequenter Unternehmenspolitik kann da wohl kaum noch die Rede sein“, meint Martin Stern vom New Yorker Investmentunternehmen Salomon Brothers, „erst verkauft PanAm beträchtliche Teile seines Vermögens zum Schleuderpreis, und nun wollen sie einen Konkurrenten aufkaufen, der fast doppelt so groß ist.

Bank und Börse: Mit gutem Gewissen

Ist der Kauf von Aktien unmoralisch? Der als Zinspfarrer bekannt gewordene Theologe Uwe Lang, Autor mehrerer Börsenratgeber, beantwortet die Frage mit einem klaren Nein.

Markt-Report: Der Dollar regt an

Ungeachtet der von ihm ausgehenden Gefahren für die Zinsen gewinnt eine Reihe von spekulativ ausgerichteten Anlegern Geschmack am festen Dollar.

Zeit und Geld: Renditen für Rechner

Die Allianz Versicherungsgruppe bietet jetzt über ihre Außenorganisationen einen internationalen Rentenfonds an, den die hauseigene Kapitalanlagegesellschaft verwaltet.

Zeitraffer

Mit 12,64 Millionen Autos wird Westeuropa in diesem Jahr den Vorjahresrekord von 12,59 Millionen produzierten Autos nochmals leicht übertreffen.

MANAGER UND MÄRKTE

Das war sogar dem stockkonservativen Platow Brief zuviel: Der Versuch des Bundeskanzlers Helmut Kohl, seinen ehemaligen Pressesprecher Friedhelm Ost bei der noch staatseigenen DSL-Bank in Bonn unterzubringen, zeige „den Verfall der politischen Sitten bei der CDU“, schrieb der Informationsdienst.

Autoseller

Gemessen an den Resultaten für die ersten vier Monate, müßte 1989 ein neues Rekordjahr werden. Niemals zuvor rollten in der Zeit von Januar bis April nämlich mehr als eine Million fabrikfrische Personenwagen und Kombis auf deutsche Straßen.

Kein Verständnis

Zimmermann: Durch das enorme Ansteigen des Güterverkehrs gibt es in Österreich wirklich schlimme Belastungen. Aber wir leisten ja bereits eine Maut in Österreich von jährlich rund zwanzig Millionen Mark im Jahr und rund sechzig Millionen Mark Straßenverkehrsbeiträge allein für Lastwagen.

Abschied ohne Ende

Landrat Hans Schuierer demonstriert fast jeden Sonntag nachmittag vor dem Bauzaun in Wackersdorf gegen die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA).

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