ZEIT: Die Alpen sind neben der Nordsee der zweite große Naturraum in Europa. Ist für dessen Schutz der Preis zusätzlicher Mautgebühren zu hoch?

Zimmermann: Durch das enorme Ansteigen des Güterverkehrs gibt es in Österreich wirklich schlimme Belastungen. Aber wir leisten ja bereits eine Maut in Österreich von jährlich rund zwanzig Millionen Mark im Jahr und rund sechzig Millionen Mark Straßenverkehrsbeiträge allein für Lastwagen. Damit werden die Kosten für Bau, Finanzierung und Unterhaltung von österreichischen Straßen, die von deutschen Lastwagen benutzt werden, zu mehr als hundert Prozent gedeckt. Eine weitere Erhöhung der Mauten läßt sich nur sehr schwer rechtfertigen. Außerdem ist die Fahrleistung der österreichischen Lastwagen in der Bundesrepublik viereinhalbmal so hoch wie umgekehrt – und das ohne Mautgebühren.

ZEIT: Die höheren Mautgebühren werden mit dem Argument der Umweltschäden gerechtfertigt.

Zimmermann• Das ist nicht überzeugend. Der deutsche Verkehrsteilnehmer wird von unseren Nachbarn innerhalb und außerhalb der EG durch ständig steigende Mautgebühren immer stärker zur Kasse gebeten. Das kann doch nicht uferlos so weitergehen, zumal wir die einzigen sind, die solche Gebühren nicht haben.

ZEIT. Wie will die Bundesregierung denn reagieren? Die deutschen Spediteure verlangen Schutz.

Zimmermann: Wir wollen zunächst wirklich verhandeln. Schneller als ich vergangene Woche bei meinem österreichischen Kollegen in Salzburg war, hätte ja beinahe niemand hinfahren können. Auch in Österreich sind die Meinungen verschieden: Die Handelskammer Oberösterreich warnt zum Beispiel vor einem Nachtfahrverbot, weil dadurch der Verkehr auf den Tag zusammengedrückt und die Abfertigung an der Grenze fast unmöglich würde.

ZEIT: Gibt es denn eine Alternative zur Flut von Lastwagen über den Brenner?