Bush in Watte

Nicht nur auf Raketen-, sondern auch auf Zehenspitzen hat das jüngste deutsch-amerikanische Treffen stattgefunden. So gespannt war die Atmosphäre vor der Stippvisite von George Bush in Bonn, daß Kanzler Kohl zu verstehen gab, bei den protokollarischen Vorbereitungen möge im Falle von Meinungsverschiedenheiten stets nach den Wünschen des Weißen Hauses verfahren werden. So ist es geschehen, bis hin zur Festlegung der Pressekontingente etwa beim Abendessen in der Bonner Redoute. Und leicht läßt sich vorstellen, was Kohl für die Rheinfahrt mit dem Präsidenten vorschwebte: ein ganzer Konvoi von Begleitschiffen und viel jubelndes Volk an den Ufern. Ganz so ist es nicht gekommen; die Verhältnisse sind nicht mehr so.

Marine petzt nicht

Vor kurzem ist bekanntgeworden, daß 1965 ein amerikanisches Trägerflugzeug 200 Seemeilen vor Okinawa mitsamt einer Wasserstoffbombt im Pazifischen Ozean versank. Beim Niels-Bohr-Symposion teilte jetzt MacGeorge Bundy, seinerzeit Sicherheitsberater im Weißen Haus, in Kopenhagen mit, daß weder er noch US-Verteidigungsminister McNamara damals von der Marineleitung über diesen gravierenden Vorfall unterrichtet worden sind. Alles klar? Alles klar: Keine besonderen Vorkommnisse. Marine petzt nicht.

Auszeichnung für Ulrich Schiller

Dr. Ulrich Schiller, Hörfunkkorrespondent der ARD und ständiger’ Mitarbeiter der ZEIT in Washington, erhält den deutsch-amerikanischen Medienpreis, der in diesem Jahr erstmals von der Steuben-Schurz-Gesellschaft vergeben wird. Mit der Auszeichnung würdigt die in Frankfurt ansässige Steuben-Schurz-Gesellschaft herausragende Leistungen des 62jährigen Journalisten, die zur Verständigung zwischen den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik beigetragen haben.

Verdienstkreuz für