Joschka Fischer war da, und alle, alle kamen. Ein Buch hat er geschrieben, nächtens am Computer im Frankfurter Heim. Eine Regierungserklärung soll es sein, Titel: „Der Umbau der Industriegesellschaft. Plädoyer wider die herrschende Umweltlüge“.

Je mehr er sich in die Sache hinein gekniet habe, desto wütender sei er geworden, erzählt Fischer mit der ihm eigenen genüßlich-düsteren Miene. Was an ihm gefällt und die Neugierde rechtfertigt: Er kommt – illusionslos, zynisch, leidenschaftlich – aufs Wesentliche.

Die Marktwirtschaft habe gesiegt, weltweit. Gesucht sei eine Ordnungspolitik, die sich auf ökonomische Rationalität konzentriere. Und: Die Industrie wisse noch am besten, was irgendwann auf sie zukomme, ihr Umbau nämlich. Die Politiker müßten sich endlich trauen. So lasse sich am ehesten Mehrheitsfähigkeit herstellen.

Einstweilen erfährt man allenfalls aus Büchern, woraus das rot-grüne Reformprojekt bestehen könnte. In der Wirklichkeit (Berlin, Frankfurt) verhalten sich die Vorläufer auf kleinerem Terrain sehr vorsichtig und tun wohl auch gut daran.

Solange man aber den Trend nicht einigermaßen deutlich erkennt, den eine neue Regierung Lafontaine/Fischer durchsetzen will, solange kann die alte Regierung Kohl vor sich hin wurschteln: wenig populär und ohne Alternative.

Was Joschka Fischers Generalthesen anbelangt: Wir lesen jetzt! Neugierig!

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