DIE ZEIT

Die Völker wollen Freiheit

Diese Junitage erschütterten die Welt. Die Kartätschen-Greise von Peking ersticken die friedliche Freiheitsdemonstration der chinesischen Jugend in einem Blutbad.

Worte der Woche

„Die edle Seele des Führers der Muslime und freier Menschen überall, seine Exzellenz der Imam Chomeini, ist in den Himmel aufgefahren, und sein Herz, das voll war von der Liebe zu Gott und für die Unterdrückten der Menschheit, hat aufgehört zu schlagen.

Hongkong: Angst vor der Zukunft

In den Schalterhallen der Bank von China drängeln sich die Menschen und lösen ihre Guthaben auf. Draußen ziehen Trauermärsche vorbei.

Ein Paar an der Spitze

Der Imam ist tot! Es lebe der Imam!“ Kaum hatte der Geist des greisen Imam die irdische Hülle verlassen, da huldigte die sogenannte Expertenversammlung, der Verfassunggebende Rat der Islamischen Republik, mit Zweidrittelmehrheit dem neuen Führer: Hodjatul-e-Islam Said Ali Chamenei.

Begegnung mit dem Einsamen

Auftritte Chomeinis, zuerst in Teheran, dann in Qom und seit 1980 in Jamaran, einem in den Bergen gelegenen Vorort der Hauptstadt, hinterließen immer denselben zwiespältigen Eindruck.

Die Wahrheit bricht sich Bahn

Zugunglück am Ural, Unruhen in Usbekistan – der Volkskongreß debattiert das Versagen des Systems

Gorbatschow beim Wort nehmen

Zwischen dem letzten Besuch Breschnews in Bonn und dem Besuch Gorbatschows liegen acht Jahre – es wurde langsam Zeit für diese Geste der Normalisierung.

Gast mit Sorgen

Plötzlich liegt ein Hauch von Sorge in der Luft. China? Die Schießereien in Usbekistan? Das Gasunglück und der unruhige Moskauer Deputiertenkongreß? Unversehens gehen mit dem Bonner Besuch des sowjetischen Generalsekretärs und frischgewählten Staatspräsidenten Ereignisse einher, die manches Fragezeichen auftauchen lassen.

Abrechnung mit der Vergangenheit

Noch hatte keine Zeile in den Zeitungen gestanden, noch war keine Zahl über den Äther gegangen, und doch ahnten am Montagnachmittag, zwölf Stunden nach der Schließung der Wahllokale, fast alle Polen die Ergebnisse voraus, die sie erst Tage später erfahren sollten.

Kurzportrait: Kartoffel im Griff

Der bisherige Außenminister Sosuke Uno wurde zum 75. Premierminister Japans ernannt. „Uno und sein Kabinett sind nicht nur zweite Wahl, sondern eine LDP-Spekulation auf Zeitgewinn“, kommentierte die Tageszeitung Asahi Shimbun mit dem Hinweis, daß Uno im Herbst von der Regierungspartei im Amt bestätigt werden muß.

Nachlese: Die Nelken verblühen

Das kleinste Mitgliedsland der EG, oft als „Armenhaus Europas“ verspottet, befand sich nach dem Text seiner alten Verfassung „auf dem Weg in eine klassenlose Gesellschaft“; in einem der meist pathetisch formulierten Artikel wurden Verstaatlichungen sogar zur „unverzichtbaren Errungenschaft der portugiesischen Arbeiterklasse“ erklärt.

Weltbühne: Eine Reise in die Kälte

Das Klima blieb kühl. Nicht nur der eisigen Polarluft und der Regengüsse wegen, die den Papst auf seiner zehntägigen Skandinavienreise begleiteten.

Bonner Bühne: Alle schreiben – wir lesen

Joschka Fischer war da, und alle, alle kamen. Ein Buch hat er geschrieben, nächtens am Computer im Frankfurter Heim. Eine Regierungserklärung soll es sein, Titel: „Der Umbau der Industriegesellschaft.

Werben für ein unbekanntes Wesen

Zu Beginn der Veranstaltung herrscht ungeteiltes Interesse, richten sich die Blicke erwartungsvoll auf den Vorstandstisch. Der laue Sommerabend stimmt wohlwollend, das Bier auf den Tischen ist gut gekühlt, und das nahende Wochenende ermuntert zum behaglichen Zurücklehnen.

Nächste Woche wird Imre Nagy, 1957 auf Geheiß Moskaus hingerichtet, feierlich umgebettet: Die ungarische Reform marschiert. An ihrer Spitze steht Imre Pozsgay, Staatsminister und Politbüro-Mitglied. Seine Ziele: Marktwirtschaft, Mehrparteiensystem, Souveränität. Kann er sich durchsetzen?: „Wir fangen bei Null wieder an“

ZEIT: Herr Pozsgay, ein ungarischer Staatsminister und Mitglied des Politbüros der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (USAP) gibt Radio Free Europe ein Interview und erklärt darin den Kommunismus für unreformierbar.

Der Sieg über das gute alte England

Der tägliche Alptraum für Millionen, die in der Megalopolis des Thatcher-Reiches arbeiten, beginnt mittlerweile gut zwei Stunden früher als vor Beginn der Ära Thatcher.

Margaret Thatchers Stationen zur Macht

Ihrem Vater, erklärte Margaret Thatcher beim Amtsantritt als britische Premierministerin 1979, habe sie „fast alles“ zu verdanken: Statt Tanzvergnügen, Jungs und Alkohol bestimmten Disziplin, Pflichterfüllung und „beharrliche Selbstverbesserung“ ihre Jugend.

Menschen vor Gericht: Dallas an der Elbe

Der eigene Bruder hatte ihn bei der Steuerfahndungsstelle angezeigt. Hatte zu den Akten gegeben, daß sich Kurt H. „in den vergangenen Jahren offensichtlich überwiegend in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten habe, ohne hier jedoch gemeldet und steuerlich erfaßt gewesen zu sein“.

Solarenergie: Strom vom Balkon

Auch Irmhild Kopfermann stellt ihre Milch in den Kühlschrank und hört gern Radio. Und einen Staubsauger hat sie ebenfalls. Nur fühlt sie sich wohler ohne Atomstrom und ist deshalb nicht gern auf die Lieferungen der Hamburger Elektricitätswerke (HEW) angewiesen.

Gemeinsamer Europawahlkampf: Vier Parteien, ein Plakat

Radikale und SPD, Zukunft und Wohlstand ade – haben Sie in Ziegelhausen ein Plakat mit dieser Aufschrift gesehen?“ fragt Bernhard Stauder, der Ortsvereinsvorsitzende der CDU und fügt die Antwort gleich hinzu: „In Ziegelhausen gab es keines und wird es auch keines geben.

Kopfwäsche: Quark fürs Haar

Grasfasertapete, Rattanregale und braune Apothekergläser mit Folia betulae oder Herba bursa pastor – schon die Einrichtung signalisiert, daß es hier unerbittlich ökologisch zugeht.

Blei in der Bergluft

„Von Innsbruck herauf wird es immer schöner, da hilft kein Beschreiben. Auf den gebahntesten Wegen steigt man eine Schlucht herauf, die das Wasser nach dem Inn zusendet, eine Schlucht, die den Augen unzählige Abwechslungen bietet.

Rolle rückwärts

Garniert mit Phototermin und Pressekonfe- renz, haben der deutsche Umweltminister Klaus Töpfer und der französische Industrieminister Roger Fauroux nun amtlich Vollzug gemeldet, worüber schon seit Wochen Klarheit herrscht: Abgebrannter Kernbrennstoff aus deutschen Atomkraftwerken wird künftig in Frankreich aufbereitet (siehe Seite 32).

Wolfgang Hoffmann:: Vom Parlament fürs Museum?

Seit sechzehn Jahren wird im Bonner Bundestag über die sogenannte Technikfolgen-Abschätzung (TA) diskutiert und vor allem, ob und wie dieses Thema im Parlament institutionalisiert werden solle.

Bonner Kulisse

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Friedmann, Haushaltsexperte seiner Fraktion, verläßt im Herbst dieses Jahres den Bundestag und Bonn.

Übernahmen: Lohn der Angst

Rudolf Escherich und Werner Lamby, die beiden Oldtimer im Vorstand der Viag, schwiegen strikt. Obwohl sie sich mit der Deutschen Bank darauf verständigt hatten, mit Beginn des nächsten Jahres das Duisburger Handelshaus Klöckner & Co zu übernehmen, hielten sie in der Bilanzpressekonferenz ihres Unternehmens am vergangenen Donnerstag eisern dicht, weil vor den Journalisten die Aufsichtsräte und die leitenden Mitarbeiter von Klöckner & Co informiert werden sollten.

Macht der Banken: Lambsdorffs Geschenk

Den Mund habe man schon lange gespitzt, jetzt müsse auch mal gepfiffen werden, sagte FDP-Chef Otto Graf Lambsdorff Anfang dieser Woche bei der Vorstellung eines neuen Wahlkampfthemas für seine Partei: die Begrenzung der Macht der Banken.

Bild-Störung

Chomeini tot. Kommt so ein Mensch in den Himmel?" Welche Zeitung hätte diese brennende Frage wohl stellen können – wenn nicht Bild.

Börsenspiel: Ein Meister seines Fachs

Hubert Günter von der Bank in Liechtenstein (BIL) versteht es meisterhaft, auf dem schwierigen Börsenparkett alle Register seines Könnens zu ziehen.

Markt-Report: Banken bevorzugt

Die Börsianer sind niemals vor Überraschungen sicher. Hatte es bis vor wenigen Tagen noch so ausgesehen, als sorgten ein vergleichsweise stabiler Dollarkurs und sinkende Zinsen in den Vereinigten Staaten für eine weltweit freundliche Stimmung auf den Aktienmärkten, so machten die Ereignisse in China den Optimisten einen Strich durch die Rechnung.

MANAGER UND MÄRKTE

Eine neue Anzeigenform mochte die Springer-Gazette Bild am Sonntag (BamS) vom kommenden Jahr – womöglich auch schon von der Vorweihnachtszeit an – erproben Produktwerbung verpackt in einen Fortsetzungsroman Der Autor steht schon fest Vielschreiber Heinz Gunther Konsalik.

Quellensteueramt: Grenznahe Verwendung

Die kurze Geschichte der Quellensteuer wird in Trier noch einige Zeit in guter Erinnerung bleiben. Während die Steuer auf Kapitalerträge der Bundesregierung nur Spott und Kosten einbrachte, hat sie der strukturschwachen Stadt an der Mosel 121 neue Arbeitsplätze beschert – und das vielleicht auf Dauer.

Großbritannien: Odyssee im Weltraum

Was ist der Unterschied zwischen dem Monster von Loch Ness und Sky Television? Antwort: Einige wollen das sagenhafte Reptil schon einmal gesehen haben.

Umwelt: Verschmolzen und verkauft

Heinz Köhler, Landrat im oberfränkischen Kronach, stöhnt oft über den Müll, den Bürger und Gewerbetreibende in seiner Heimat produzieren.

Privatfernsehen: Die profitable Show

Der billige Pappmache-Eingang zur Halle 3 auf dem Münchner Bavaria-Filmgelände ist für Michael und Katinka die Pforte zum ersehnten Konsum-Paradies.

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