Was ist nun eigentlich los auf Korsika? Können es Touristen wagen, in diesem Jahr auf die Insel zu reisen?

Wochenlang war von Streiks und Unruhen auf Korsika zu lesen und zu hören, von blockierten Häfen und Landebahnen, von Krawallen in Bastia und Ajaccio, von Lebensmittelknappheit und zugedrehten Zapfhähnen.

Damit ist es nun vorbei. In den Badeorten und in den stillen Dörfern war ohnehin nicht viel zu merken gewesen.

Gekommen war es zu den Problemen, weil die Korsen meinten, das Leben sei für sie zu teuer, die Subventionen, mit denen der Festlandstandard garantiert werden sollte, versickerten in falschen Taschen.

Nun hat man sich nach über zwei Monaten geradezu absurder Protestaktionen, die nur ins eigene Fleisch schnitten, zu Gesprächen an viele runde Tische gesetzt. Man versucht, die inselspezifischen Probleme, auch die des Fremdenverkehrs, zu diskutieren und vielleicht gar zu lösen.

Unter dem Strich bleibt vorerst die Teuerung. Um zwölf bis fünfzehn Prozent lägen auf der Insel die Preise höher als auf dem französischen Festland, hatte das Nationale Institut für Statistik gerade vor Streikausbruch ermittelt. Natürlich hat der kritische Urlauber schon immer gewußt, daß er im heimischen Supermarkt billiger einkauft – von einer Korsika-Reise hat das kaum einen abgehalten, wie Rekordbesucherzahlen im letzten Jahr bewiesen.

Rund 60 000 Touristen habe man in der Vorsaison verloren, schätzen die Hoteliers. Ziemlich über den Daumen, denn an einer zusammenfassenden, lenkenden Fremdenverkehrsorganisation hapert es mehr denn je. Gerade jetzt, wo es darauf ankäme, die Werbetrommel lauter zu rühren, hat die Regionale Touristik-Agentur ARTL mit den Segnungen des Inselparlaments ihren Geist aufgegeben, um eine Nachfolgeinstitution wird gestritten und intrigiert.