Literarische Überlegungen zu Italien bietet das Lesebuch „Ciao, Bellezza. Deutsche Dichter über Italien“, das Petra und Manfred Hardt herausgegeben haben (Serie Piper, München 1988, 17,80 Mark). Es vereint Texte aus zwei Jahrhunderten und beginnt natürlich mit Goethe. Dessen Kapitel aus der „Italienischen Reise“ über den römischen Karneval ist immer noch wunderbar zu lesen. Aber auch Heine und Nietzsche, Rilke und Enzensberger sind vertreten, Prosa genau wie Lyrik. Zunächst vor allem Lobgesänge: Das Land der Orangen war ein Pilgerziel, eine Kulisse für den Glauben an die antike Kunst und an die Kirche. Erst 1861, nach der Konstituierung als vereinigtes Königreich, öffnete sich auch bei den deutschen Dichtern der Blick auf Italien. Nun wurde es als Beispiel demokratischer Freiheit gefeiert, nun erst gab es eine Auseinandersetzung mit den Menschen, ihren Problemen und Nöten.