Eine neue Anzeigenform mochte die Springer-Gazette Bild am Sonntag (BamS) vom kommenden Jahr – womöglich auch schon von der Vorweihnachtszeit an – erproben Produktwerbung verpackt in einen Fortsetzungsroman Der Autor steht schon fest Vielschreiber Heinz Gunther Konsalik. Der Dichter, mit 136 Romanen vor allem aus dem Arzte- und Landser-Milieu bekannt geworden, will zugleich eine neue Literaturform erproben – die heitere Familiensaga, die in sich abgeschlossenen Kapiteln von Woche zu Woche fortgeführt werden soll Titel „Die Wagners – wer sonst’“

In jede Folge sollen zehn Produkte oder Dienstleistungsangebote mit Namen und eventuell auch Werbeslogans hineingeschrieben werden Kleine vierfarbige Zeichnungen mit den Produkten oder Firmen sollen den Text auflockern, der deutlich als Anzeige gekennzeichnet ist

Bis Ende September, so BamS-Anzeigenleiter Peter Reckow, will der Verlag bei Markenunternehmen und Werbeagenturen erkunden, ob genügend Interessenten vorhanden sind Die bisherige Reaktion ist eher „verhalten“, sagt Reckow Eine Nennung kostet den Inserenten 17 000 Mark, so daß der Verlag pro Doppelseite im Schnitt 170 000 Mark erlost Wenn freilich nicht Werbekunden für wenigstens 26 Folgen gefunden werden, dann, so Reckow, „platzt das Projekt“

Die Ökonomen wissen es schon lange, die Politiker haben es jetzt neu entdeckt Mit flexiblen Instrumenten, beispielsweise Abgaben, kann in der Umweltpolitik mehr erreicht werden als allein mit Verboten und Auflagen Doch die erfreuliche Erkenntnis hat ausgerechnet die Industrie verwirrt, die jahrelang für mehr Marktwirtschaft und weniger Dirigismus in der Umweltpolitik gefochten hat Seit Monaten herrscht beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Streit darüber, was von dem plötzlich so populär gewordenen Instrument zu halten ist

Nun hat BDI-Prasident Tyll Necker ein Machtwort gesprochen „Ich plädiere entschieden für solche Methoden“, sagte er zu dem Vorhaben der Politiker, die Umweltverschmutzung in Zukunft starker mit dem Einsatz von Öko-Abgaben zu bekämpfen Damit stellte er sich in krassen Gegensatz zu der BDI-Betonfraktion

Noch zu Beginn dieser Woche forderte nämlich der Vorsitzende des BDI-Steuerausschusses und Chefjurist der BASF, Wolfgang Ritter, die Wirtschaft vor neuen Umweltabgaben zu verschonen Und Anfang des Jahres hatte Ritter im Handelsblatt zu einer regelrechten Kanonade gegen Umweltabgaben ausgeholt Die Befürworter mahnte er darüber nachzudenken, „was den deutschen Standort wettbewerbsfähig macht“

Necker hat nachgedacht Sein Fazit „Ich verteufele kein Instrument “ Und Selbst bei „gewissen Mehrkesten“ müsse die deutsche Wirtschaft im Umweltschutz eine Vorreiterrolle übernehmen