Ihrem Vater, erklärte Margaret Thatcher beim Amtsantritt als britische Premierministerin 1979, habe sie „fast alles“ zu verdanken: Statt Tanzvergnügen, Jungs und Alkohol bestimmten Disziplin, Pflichterfüllung und „beharrliche Selbstverbesserung“ ihre Jugend. Geboren am 13. Oktober 1925 wuchs sie in der nordostenglischen Kleinstadt Grantham auf, in der es ihr Vater, ein Kolonialwarenhändler und methodistischer Laienprediger, selbst zum Bürgermeisteramt brachte.

Unterstützt durch ein Begabtenstipendium studierte sie Chemie an der Universität Oxford, wo sie Präsidentin der konservativen Studentenvereinigung wurde. Als sie 1951 den Industriellen Denis Thatcher heiratete, hatte sie bereits eine erfolglose Kandidatur um einen Sitz im Londoner Unterhaus hinter sich. Trotz zweier Kinder und eines zusätzlichen Jurastudiums erkämpfte sich die 34jährige 1959 einen Parlamentssitz.

Zwei Jahre später war sie bereits Staatssekretärin. Als die Konservativen nach sechs Oppositionsjahren 1970 wieder an die Macht gelangten, wurde sie Familienministerin. In diesem Amt focht sie auch die Streichung der kostenlosen Schulmilch durch. „Damals kam Stahl in mein Herz“, erinnerte sie sich später an die barschen Pressekritiken. Nach der erneuten Wahlniederlage der Tories 1974 stieg sie in rascher Folge zur Oppositionsführerin, schließlich auch zur Parteichefin auf.

Eingeläutet wurde die Ära Thatcher am 28. März 1979 mit einem wegen einer unpopulären Streikwelle gegen die Labour-Regierung eingebrachten Mißtrauensantrag, der mit 311 gegen 310 Stimmen angenommen wurde. Bei den Neuwahlen vom 3. Mai 1979 erlangte Margaret Thatcher mit 43,9 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit und wurde Premierministerin.

Ihre kompromißlos monetaristische Wirtschaftspolitik mit Kürzung der Staatsausgaben, Steuersenkungen und weitgehendem Verzicht auf geldpolitische Eingriffe durch den Staat stabilisierte das britische Pfund, ließ die Industrieproduktivität steigen und nahm eine hohe Arbeitslosigkeit in Kauf.

Ihre Wiederwahl im Juni 1983 verdankte Margaret Thatcher vor allem außenpolitischen Erfolgen, in erster Linie ihrem Glück als Kriegsherrin: Am 15. Juni 1982 hatte das argentinische Heer auf den Falklandinseln kapituliert. Ihre außenpolitische Entschlossenheit hatte sie bereits 1979 bei der Regelung der Rhodesienfrage demonstriert. Sie unterhielt früh gute Beziehungen zum sowjetischen Reformer Gorbatschow. 1984 verzichtete sie auf die Kronkolonie Hongkong.

Die zweite Amtsperiode Margaret Thatchers war in erster Linie durch innenpolitische Ereignisse geprägt. Mit der harten Haltung im Druckerstreik von 1983 und ihrer Unnachgiebigkeit im ein Jahr andauernden Bergarbeiterstreik von 1984 brach die „Eiserne Lady“ die Macht der Gewerkschaften.