Große Auswahl dir Europa: (JAP, DS, HP, DFP...

Wer steckt eigentlich dahinter?

Haben wir uns nicht alle schon einmal gefragt, warum es gewissen demoskopischen Instituten stets leichtfällt, die Ergebnisse von Bundes- und Landtagswahlen richtig vorauszusagen? Weil der Deutsche an sich nicht experimentierfreudig ist. Er schickt seine Ehefrau in den Supermarkt, und nach seinem unabänderlichen Willen wählt sie unter inzwischen 28 europäischen Käsesorten immer noch den bleichen Edamer.

Seiner CDU kehrt er nur einmal in fünf Jahren den Rücken. Zur Europawahl wird er leichtsinnig und wählt entweder gar nicht oder mal was ganz Ausgefallenes, was er sonst nie ... Und warum? Weil der Deutsche die Europawahl nicht ernst nimmt. Da hilft nur radikale Aufklärung über die 58 beim Bundeswahlleiter in Bonn registrierten Parteien. Leider treten nur 22 an.

So hat die Erlanger Partei Wir fahrradeuphorischen Epikureer, wie auch die ABD, die Auto- und Bürgerpartei Deutschlands, bedauerlicherweise keine Kandidatur angemeldet. Dafür aber die Deutsche Familien-Partei gemeinsam mit der Union für Umwelt und Lebensschutz.

Mit der Bundesvorsitzenden Anne-Marie Ossenbroich-Oepen aus Düren sprachen wir daheim am Telephon. Ist die Deutsche Familien-Partei eher links oder eher rechts angesiedelt, Frau Ossenbroich-Oepen? – „Ja, wie soll ich Ihnen das nun erklären?“ (Im Hintergrund lärmte ein Zwergpapagei.) „Wir distanzieren uns immer.“

Bei den Liberalen Demokraten in Bonn ging der Ruf ins Leere, und bei der Frauenpartei in Neustadt war noch nicht einmal der Anrufbeantworter da. Wir versuchten es in Düsseldorf bei der Humanistischen Partei: „Hier ist Martina. Das mit der Europawahl macht Christina.“