Chance beim Volkstheater

Unsere Vorstellungen vom Theater und wie es darin zugeht, müssen revidiert werden. Viel zu viele Schauspieler, die auf der Straße stehen? Kein Mut der Regisseure, auch mal neue Leute auszuprobieren? Alles auf der Bühne und dahinter hat nur mit Beziehungen und unfeinem Händel zu tun? Aber, aber... Alles haltlose Verdächtigungen, wie wir jetzt wissen.

Denn hier ist sie, die Chance für den fast schon mutlos gewordenen Theaterfreund, die leidenschaftliche Schauspielerin, die auf den berühmten Zufall wartet, der am Anfang jeder großen Karriere steht. Faust, genauer: Urfaust. In der Süddeutschen Zeitung fand sich dieses Stellengesuch: „Peter Palitzsch probt bereits im Münchner Volkstheater Johann Wolfgang Goethes ‚Urfaust‘. Ruth Drexel, Sepp Bierbichler, Hans Brenner und die anderen Schauspieler sind zur Stelle – nur ein Akteur fehlt noch: der schwarze Königspudel, der sich an zwei Stellen in Mephisto verwandelt. Hundebesitzer, die glauben, in ihrem Pudel schauspielerisches Talent und Bühnenreife entdeckt zu haben, werden gebeten, sich telephonisch beim Volkstheater unter Rufnummer 52355-0 zu melden.“

Knurre nicht, Pudel. Auch wenn in dem Inserat von einer Gage nicht die Rede ist. Die brauchen dich! Faß zu.

Dummstranz

Europawahl? Bitte, bitte, wir wollen nichts mehr darüber lesen, es reicht, wirklich. Nur dies noch: der jüngste Trend.

Da wirbt die CDU mit „Radikale und SPD, Zukunft und Wohlstand ade“, und die eigene Basis, so geschehen in Hessen, überklebt die Plakate aus Scham. Barschel hat sich eingegraben in sensible schwarze Seelen; Geißler wird fluchen: Völlig verzimperlicht, diese Leute.