Das Buchen eines Pauschalangebots scheint der einfachste Weg zu sein, eine Urlaubsreise anzutreten. Dennoch: Um späteren Ärger zu vermeiden, sollten Buchung, Zahlungsweise und die Form möglicher Reklamationen wohlüberlegt sein.

Auch wenn Pauschalreisen den Urlauber vor vielen Schwierigkeiten bewahren, mit denen sich Individualtouristen in fremden Ländern abgeben müssen, haben die Fertigangebote ihre Tücken. Wer nicht am Frühstückstisch erfahren möchte, daß die anderen Feriengäste weit weniger für den Aufenthalt im gleichen Hotel zahlen, sollte sich vor der Buchung umfassend über die Angebote der konkurrierenden Veranstalter informieren.

Bei der Suche nach den günstigsten Preisen ist Markt Control (Karl-Marx-Str. 9a, 41 Duisburg 11, Tel. 0203/40 99 49) behilflich: Für zehn Mark werden dort per Computer die Angebote von 120 Veranstaltern aus der gesamten Bundesrepublik und den Benelux-Ländern verglichen. Der Rechner gibt Auskunft über 85 Zielgebiete, von Mallorca bis Brasilien, von den Kanaren bis nach Florida oder auch Thailand.

Der angehende Urlauber muß Abflughafen und Zielort, den geplanten Zeitpunkt und die Dauer der Reise sowie die gewünschte Zahl der Hotelsterne und die Verpflegungsart angeben und erhält dann binnen einer Woche einen Ausdruck mit bis zu zwanzig Angeboten. Die Unterschiede sind gravierend: Zwei Wochen Florida in ein und demselben Drei-Sterne-Hotel kosten bei dem einen Veranstalter ab 14. Juni 1935 Mark, bei dem anderen ab 12. Juni 2457 Mark.

Noch auffälliger, so der Markt-Control-Vergleich, sind die Unterschiede bei einem Fünf-Sterne-Hotel in Larnaka/Zypern: Ab 6. September kosten dort drei Wochen 2381 Mark, ab 9. September bei der Veranstalter-Konkurrenz jedoch 3740 Mark. „Wir haben in den letzten drei Jahren feststellen können, daß es keine nur billigen und keine nur teuren Anbieter gibt“, sagt Markt-Control-Chef Jürgen Zupancic. „Die Unterschiede entstehen zum einen durch verschiedenste Sonderangebote, zum anderen durch unterschiedliche Saisonzeiten bei den Ausrichtern der Reisen.“

Hat sich der Reisewillige für ein Angebot entschieden, so fängt der Ärger manchmal erst an. Zum Beispiel, wenn sein Reisebüro in Konkurs geht, ohne das bereits gezahlte Geld an den Veranstalter weitergeleitet zu haben. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät deshalb, bei der Buchung noch keine Anzahlung zu leisten und erst bei der Reisebestätigung etwa zehn Prozent der Summe zu zahlen. Der volle Betrag werde erst fällig, wenn die kompletten Reiseunterlagen – Ticket und Hotelbestätigung – vorliegen, spätestens aber zehn bis vierzehn Tage vor dem Start.

Entpuppt sich der gebuchte Urlaub an Ort und Stelle als mangelhaft, so muß dies sofort am Ferienort dem dort zuständigen Reiseleiter gemeldet werden. Gibt es jedoch keine Reiseleitung, so sollte sich der Urlauber telephonisch oder telegraphisch mit dem Veranstalter in Verbindung setzen. In beiden Fällen ist eine ein- bis zweitägige Frist zu setzen, binnen derer für Abhilfe gesorgt werden soll. Erst danach darf der Reisende auf Kosten des Veranstalters zur Selbsthilfe, greifen – etwa wegen unzumutbaren Bau- oder Fluglärms in ein anderes Hotel umziehen oder wegen mangelhafter Verpflegung in einem Restaurant in ähnlicher Preiskategorie essen gehen.

In Fragen der Lärmbelästigung stünden die Gerichte meist auf der Seite der Reisenden, beim Streit um die Verpflegung sei die Rechtsprechung jedoch oft zurückhaltender, sagt Verbraucheranwalt Gerhard Quentin. Falls es tatsächlich zur gerichtlichen Auseinandersetzung um die zusätzlichen Kosten kommt, ist der Nachweis von Zeugen unerläßlich: Da bieten sich meist die Mitreisenden an. Ulrike Meyer