DIE ZEIT

Europa ist’s wert

Den über 240 Millionen Westeuropäern, die in dieser Woche zur gemeinsamen Wahl gehen sollen, klingt kein Feiertagsgeläut in den Ohren.

Ideen machen nicht an Grenzen halt

Eine neue Zeit ist angebrochen. Sie hat sich seit langem angekündigt, aber die Dogmen, mit denen beide Seiten die Wirklichkeit verstellt haben, ließen nicht zu, daß wir den Wandel bemerkten.

Terror

Chinas Regime bietet der Welt ein widerwärtiges Schauspiel: Auf das Massaker in den Straßen Pekings folgt nun eine Verfolgungswelle von abstoßender Brutalität, auf den Amoklauf der Soldaten die kaltblütige Abrechnung mit der Demokratiebewegung.

Im Dreieck

Nachdem es den Polen gelungen ist, am runden Tisch einen Ausweg aus der verhärteten Konfrontation zwischen kommunistischer Partei und Opposition zu finden, sucht Ungarn Hoffnung nach demselben Muster.

Der Maurer und die Mauer

Erich Honecker führte vor 28 Jahren die Bauaufsicht, als die Berliner Mauer errichtet wurde. Es ist kaum zu erwarten, daß er je selber die Abriß-Kommandos in Marsch setzen werde.

Zeitspiegel

Jetzt ist es wieder still rund um die chinesische Botschaft gleich neben der Bad Godesberger Redoute. Die jungen Studenten mit den weißen Trauerstirnbändern, die in Köln, Bonn oder Düsseldorf die Universität besuchen, stehen nicht mehr Mahnwache; ihre Kränze sind weggetragen worden.

Worte der Woche

„Wir begrüßen in Ihnen den Politiker, der entschlossen und zielbewußt sein Land in einen tiefgreifenden Prozeß politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umgestaltung fuhrt.

Der Zar sucht seinen Partner

Im Park der Villa Hammerschmidt, zwischen Blutbuchen, Rosen und Radiokabeln, rühmte der sowjetische Außenamtssprecher Gennadij Gerassimow, ansonsten vorzugsweise der amerikanischen Sprache und Presse zugeneigt, die Atmosphäre mit einem neugelernten deutschen Wort: "Kaiserwetter".

Die zweite Unterschrift

Nein, das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Ob nun bei der Ankunft Michail Gorbatschows im Präsidialamt, nach dem Abendessen in der Bad Godesberger Redoute, vollends dann auf dem Bonner Markt und an den meisten anderen Lokalitäten, die der Gast passierte: freundliche Neugier zuhauf, Beifallklatschen, „Gorbi, Gorbi“-Rufe.

Die DDR als Bollwerk: Das Rad aufhalten

Rund um die DDR brodelt das sozialistische Lager. Aber die SED-Führung stemmt sich ängstlich gegen das Rad der Geschichte, dessen Lauf doch nach ihrer eigenen Ideologie nicht aufzuhalten ist.

Wolfgang Ebert: Deutsche Treue

„Aber Amerikaner! Die Kissingers wären gewiß amüsanter, aber wo das amerikanische Vertrauen zu uns so erschüttert ist, muß man auch stinklangweilige Amerikaner in Kauf nehmen.

Offiziell hält Paris an der Politik der eigenständigen Verteidigung fest Die Finanzen und die Franzosen stehen dagegen.: Ein Spiel auf Zeit

Nicht alle scheinen zu glauben, daß der Kalte Krieg tatsächlich beendet ist. Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Pierre Chevènement jedenfalls verbarg seine Skepsis nicht, als er seine mittelfristige Rüstungsplanung für die nächsten vier Jahre vorstellte: "Die Sowjetunion, die 1988 mehr als dreitausend Panzer herstellte, verfügt noch immer über eine gewaltige Militärmacht.

Tumult in Halle 25

Streitbare Begegnungen: Erstmals mußte eine Veranstaltung abgebrochen werden

Keine milde Gabe

Die Parallelität der Ereignisse war rein zufällig. In West-Berlin feierten Christen die Eröffnung des Kirchentages. In Ost-Berlin verhinderten Polizisten und Staatssicherheit gewaltsam einen von Christen geplanten Schweigemarsch.

Nachlese: Ausweg aus der Krise?

Der argentinische Staatspräsident Raul Alfonsín wird vorzeitig am 30. Juni von seinem Amt zurücktreten. Sein im Mai gewählter Nachfolger, der Peronist Carlos Saul Menem, übernimmt an diesem Tag das höchste Staatsamt, knapp ein halbes Jahr früher, als von der Verfassung vorgeschrieben.

Bonner Bühne: Verkehrte Welt

Nie wieder!": Dieses politische Stenogramm beschreibt den Grundimpuls von Heinz Westphal wie von anderen seiner Generation, die sich nach den Nazijahren in die öffentlichen Angelegenheiten einmischen wollten.

Weltbühne: Trostpflaster von Warnke

Jürgen Warnke, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, verteilte bei seiner dreieinhalbtägigen Stippvisite in Costa Rica und Nicaragua vor allem mahnende Worte: Die linksgerichteten Sandinisten sollten ihre wirtschaftlichen Nöte in Zusammenarbeit mit dem Weltwährungsfonds lösen, der Demokratisierungsprozeß leide an Defiziten, die Wahlgesetze benötigten noch Reformen.

Rückblick: Kabale im Kongreß

Schlimmer war’s kaum auszudrücken: Einen grünen, schleimigen Tempel nannte Patricia Schröder, demokratische Abgeordnete aus Colorado, dieser Tage den Kongreß.

Sozialismus in der Sackgasse

Noch niemals seit 1948 waren die Chancen für eine demokratische Reform in Ungarn so gut wie heute. Nicht minder günstig sind die innenpolitischen Bedingungen.

Ungarn 1956

„Faschistische, reaktionäre Elemente haben einen bewaffneten Angriff gegen unsere öffentlichen Gebäude begonnen und auch unsere Streitkräfte angegriffen.

Bruderschaften: Unterwegs verunglückt

Bislang galt der „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“ als eine Art Bollwerk in schnellebiger Zeit. Im Gegensatz zum Deutschen Schützenbund, dessen Mitglieder sich ausschließlich Schießsport und Schützenfesten widmen, fühlen sich die 600 000 Brüder (und zunehmend auch Schwestern) der Schützenbruderschaften einer „christlichen Lebensführung“ verpflichtet.

Strobl-Prozeß: Schweigen über X

Am vergangenen Freitag erging der Schuldspruch gegen die Journalistin Ingrid Strobl: fünf Jahre Haft wegen Unterstützung der Revolutionären Zellen und Beihilfe zum Sprengstoffanschlag auf das Verwaltungsgebäude der Lufthansa in Köln am 28.

Denkmalschutz in Bayern: Kampf um das "alte G’raffel"

Darf der Staat ein Baudenkmal schleifen? Nur weil es ihm nicht paßt und seinen Neubauplänen im Wege steht? Darf der Staat also das Gesetz brechen, unter dessen Schutz er eben dieses Gebäude doch gestellt hat? Über diese normalerweise absonderlichen Fragen, die seit einiger Zeit nicht nur in München Unruhe gestiftet haben, wird es nun in der Aula der Münchener Fachhochschule ein Streitgespräch geben, am 21.

Der Sonne entgegen

Für die Familie des Einödbauern Alois Hiltensperger im bayerischen Brunnenbach bei Kochel am See hat in der vergangenen Woche ein neues Zeitalter begonnen Die Emodler am Kocheier Moor bekommen ihren Strom jetzt von der Sonne.

Es lebe der Unterschied

Im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen geht es den deutschen Arbeitnehmern glänzend. Nirgends sind die Mitbestimmungsrechte umfassender, nur in Holland gibt es mehr Urlaub, Mutter- und Kündigungsschutz suchen ihresgleichen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zahlen ebenso zum Besitzstand wie Lohnfortzahlung bei Krankheit, wie Beitrage der Arbeitgeber zur Arbeitslosen- und Krankenversicherung.

Bernhard Blohm:: Geld für eine Hoffnung

Mitglieder der internationalen banking Community sind im allgemeinen sturmerprobte Gesellen. Sie handeln mit Milliarden wie andere mit Kartoffeln und bleiben doch gelassen dabei.

Bonner Kulisse

Entweder handelt es sich um einen Verfall schlechter Bonner Sitten, oder der Einfluß von Bundeskanzler Helmut Kohl tendiert wirklich gegen Null.

Umweltpolitik: Nur ein Anfang

Die Schlacht um den Katalysator ist geschlagen. Mit fast zwanzigjähriger Verspätung gegenüber den Vereinigten Staaten und Japan führt die Europäische Gemeinschaft von 1993 an die obligatorische Abgasreinigung für Neuwagen ein.

Asien: Aus der Traum

Uns bleibt gar keine andere Wahl, als in China unverändert einen wachsend wichtigen Wirtschaftspartner für die ganze Region zu sehen“, versuchte letzte Woche die halbstaatliche japanische Außenhandelsorganisation Jetro nach dem Blutbad in Peking Nippons nervöser Industrie Mut zu spenden.

Eine passende Verabredung

Krupp und Salzgitter, die neuerlich wieder auf Freiersfüßen gehen, geben sich zugeknöpft. Sie können die Liaison, die offensichtlich zur Unzeit ans Tageslicht kam, nicht leugnen, spielen sie aber offiziell herunter.

Rudolf Engen: Aktien für Maggie

Immer wenn es mit der europäischen Integration nicht so gut vorwärtsgeht, wie mancher in Brüssel und Bonn es möchte, wird die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA) mit einem Gutachten beauftragt.

Immobilienmarkt: Die Schweden kommen

Für den sonst eher bedächtig argumentierenden Kenner des hiesigen Immobilienmarktes ist die Formulierung erstaunlich salopp gewählt.

Frankreich: Der ganz profane Luxus

Der Luxus, so heißt es, ist die Visitenkarte Frankreichs im internationalen Geschäft. Daß diese Behauptung schwerlich zu widerlegen ist, beweist schon ein kurzes Blättern im Gotha des internationalen Luxusgewerbes.

Wirtschaftspolitik: Mehr Ökologie durch Ökonomie

Stichworte reichen mittlerweile aus, um das Umweltszenario darzustellen: verseuchte Flüsse und Meere, Ozonloch, Dürre- und Hochwasserkatastrophen, Waldsterben, Müllberge und Altlasten, Gifte in Nahrungsmitteln und Wasser, Atomunfälle, aussterbende Tier- und Pflanzenarten, Tankerhavarien, Treibhauseffekt, umweltbedingte Krankheiten.

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