Die wiederaufgelebte öffentliche Diskussion um die Macht der Banken scheint Bewegung in die schwierigen Verhandlungen über eine Neustruktur bei führenden deutschen Bauunternehmen gebracht zu haben. Ausgangslage: Der Essener Baukonzern Hochtief hatte sich 1981 mit zwanzig Prozent am Frankfurter Branchenführer Philip Holzmann beteiligt. Die Hochtief-Manager hatten das Engagement unter anderem mit der vorangegangenen Holzmann-Beteiligung bei der Münchener Konkurrenz Dyckerhoff & Widmann von knapp 25 Prozent begründet. Vermittler des Hochtief-Einstiegs bei Holzmann war seinerzeit Commerzbank-Chef Walter Seipp, sehr zum Ärger der Deutschen Bank, die bei Holzmann damals mit 35, inzwischen nur noch mit rund 30 Prozent beteiligt ist. Deren Vorstandssprecher, Alfred Herrhausen, zur Zeit Aufsichtsratschef von Holzmann, befürwortet seit längerem eine Entflechtung der miteinander verwobenen Baukonzerne. Der Augenblick hierfür scheint besonders günstig: Durch die starken Kurssteigerungen bei Bauaktien würde Hochtief gegenwärtig mit einem soliden Gewinn bei ihrem Frankfurter Rivalen wieder aussteigen können. Allerdings müßte sich dann wohl auch Holzmann von Dyckerhoff & Widmann abnabeln.

Wer seine Tankrechnung mit der Kreditkarte bezahlt, kommt auf Dauer wohl nicht an einem Zuschlag vorbei. Wenn der Anteil des mit Kreditkarten bezahlten Absatzes zehn Prozent überschreitet, will zumindest die Aral AG mit den Kreditkartenorganisationen darüber verhandeln, ob die Tankstellenpächter nicht – ähnlich wie schon jetzt bei der Scheckzahlung – einen bescheidenen Obulus kassieren dürfen.

Zwar spielt GünterMichels, bei Aral für das Tankstellengeschäft zuständig, die Belastung für die Pächter herunter. Die läge nur bei 44,50 Mark, wenn man von einem Monatsabsatz von 200 000 Litern und einem Anteil der Kartentanker von drei Prozent im Monat ausgeht. Er kann aber nicht leugnen, daß die Kartenorganisationen von den Tankstellenpächtern zum Teil mehr als 25 Prozent ihrer Provision kassieren. Die Kartenorganisationen begnügen sich zwar bei den noch nicht an die elektronischen Systeme angeschlossenen Stationen mit einem Prozent vom Bruttopreis – wenn der Liter 1,20 Mark kostet, sind das aber 1,2 Pfennig, denen eine Provision von weniger als vier Pfennig gegenübersteht.

Noch vor ihrer Hauptversammlung am 19. Juli wird die Feldmühle Nobel AG (Feno) einen neuen Aufsichtsratschef erhalten: An die Stelle des ausscheidenden Bodo Liebe wird Veba -Chef Rudolf v. Bennigsen-Foerder treten. Mit 46 Prozent ist die Veba seit Anfang Juni Großaktionär der Feno. Einen weiteren, für Veba-Finanzvorstand Klaus Piltz vorgesehenen Sitz wird Hellmut K. Albrecht, Vorstandsvorsitzender der Braunschweiger Verpackungsfirma Schmalbach-Lubeca, freimachen.

Die Strategen in den Vorstandsetagen einiger Versicherungsgesellschaften wittern zusätzliches Geschäft. Die Maßnahmen von Bundesarbeitsminister Norbert Blüm zur Kostendämpfung in der gesetzlichen Krankenkasse haben einen nicht unerwarteten Effekt: Weil eine ganze Reihe von Leistungen gestrichen worden sind, erhöhte sich das Interesse der Bürger an privaten Krankenversicherungen. Dem deren Leistungs- und Beitragssystem blieb von der Reform unberührt. Die 42 privaten Gesellschaften versuchen derzeit gezielt, die Verschlechterung der gesetzlichen Leistungen auszugleichen. Günter Völker, Chef der Barmenia Versicherungsgruppe in Wuppertal, plant einen Extratarif, der die Eigenbeteiligungen der Versicherten bei Zahnersatz und Brillen verringern soll.

Die Rechnung scheint aufzugehen. Allein im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Privatversicherten um 245 000 auf fast sechs Millionen zu. Erstmals seit 1983 stiegen die Beitragseinnahmen stärker als die Leistungen. Und weil das Geschäft derart blüht, stapeln sich bei August Angerer, dem Chef des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen, die Anträge von Assekuranz-Unternehmen zur Gründung einer privaten Krankenversicherung: Dreizehn liegen ihm momentan vor.

Die Wirtschaft boomt, und der gemeinsame europäische Markt wirft seine Schatten voraus: Das Bundeskartellamt in Berlin bekommt das zu spüren. Im vergangenen Jahr registrierten die Wettbewerbshüter 1159 Zusammenschlüsse – ein neuer Rekord. Die Zahl der Untersagungen – es waren fünf – nimmt sich da bescheiden aus, doch die meisten Firmenhochzeiten führen nicht zu einer Verschlechterung des Wettbewerbs. Und dann hat das Amt nichts zu untersagen. Manch ein Fusionsvorhaben wird auch schon nach Gesprächen mit den Berliner Beamten aufgegeben.