Den deutschen Finanz- und Vermögensberatern geht es wie den Journalisten. Praktisch jedermann darf sich mit diesen Berufsbezeichnungen schmücken und – wenn auch nicht immer ungestraft – den ehrenwerten Stand in Mißkredit bringen. Der Deutsche Bundesverband für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik, München, möchte das wenigstens für die Finanzgilde ändern. Er forden ein Gesetz, das den staatlich anerkannten „freien und selbständigen Finanz- und Vermögensberater“ ähnlich reglementiert wie Steuerberater und Rechtsanwälte. Ob so den schwarzen Schafen der Branche beizukommen ist, scheint zweifelhaft, nicht jedoch, daß so mit staatlichem Segen Pfründe gesichert werden. Nun fehlt nur noch ein Bundesverband für Lese-, Schreib- und Rechenkundige, der den staatlich anerkannten „freien und selbständigen Journalisten“ fordert.

Im Rechtsstreit zwischen dem Beamtenheimstättenwerk (BHW) und der Deutschen Bundesbank hat das Verwaltungsgericht Hannover ein Urteil gefällt. Es ging dabei um die Frage, ob die von BHW-Kunden auf den Bauspartarif Dispo 2000 eingezahlten Gelder der Mindestreserve unterliegen oder nicht. Das Gericht gab der Bundesbank recht und wies die Klage des BHW ab, die Dispo-2000-Einlagen von der Mindestreservepflicht zu befreien. Noch ist das Urteil zwar nicht rechtskräftig, sollte es aber Bestand haben, muß das BHW gut vier Prozent der Dispo-2000-Einlagen bei der Bundesbank zinslos hinterlegen. Branchenkenner meinen, daß dies die Kalkulation des Tarifs über den Haufen wirft.

Zwei Teilnehmer am ZEIT-Börsenspiel haben in den vergangenen Tagen ihre Depots teilweise umgeschichtet. Die Bank in Liechtenstein (BIL) verkaufte ihre Hochtief- und Broad Inc.-Aktien und realisierte damit einen Gewinn von insgesamt 20 700 Mark. Den freigewordenen Betrag investierten die BIL-Manager in Italien: Je zur Hälfte erwarben sie Aktien des Chemiemultis Montedison und Sparaktien der Telekommunikationsgesellschaft Stet. Die Frankfurter Sparkasse verkaufte den Optionsschein von 1983 der Deutschen Bank und ihre Thyssen-Aktien mit einem Gewinn von insgesamt gut 3000 Mark. Sie kaufte dafür Aktien von Continental und Preussag. Rund 12 000 Mark blieben als Reserve in der Kasse.