Robbenbabies halten Rufkontakt auf zweifachem Wege: Über Wasser hören ihre Mütter mit dem Ohr und unter Wasser mit Hilfe eines schallempfindlichen Hautstreifens, der unterhalb der Ohröffnung liegt. Dies schreibt die Amerikanerin Deane Renouf in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft. Es spreche auch einiges dafür, daß Seehunde ihre Beute nachts und in trüben Gewässern durch Echoortung finden, indem sie rasch aufeinanderfolgende Klicklaute ausstoßen. Entsprechende Kontrollversuche an Seehunden in Gefangenschaft seien jedoch nicht ganz eindeutig verlaufen. HST

Die Sonne scheint nicht immer gleich hell. Das ist das Ergebnis von Messungen, die mit Hilfe zahlreicher Satelliten durchgeführt und jetzt veröffentlicht worden sind. Unter dem Begriff Sonnenaktivität fassen die Astronomen unterschiedliche Phänomene wie Sonnenflecken und -eruptionen zusammen. Die Häufigkeit dieser Erscheinungen erreicht etwa alle elf Jahre einen Höhepunkt, das nächste Mal voraussichtlich zur Jahreswende 1989/90. Seit längerem ist bekannt, daß die Sonne während eines Aktivitätsmaximums geringfügig heller ist. Die neuen Ergebnisse zeigen jedoch, daß diese Helligkeitsänderung sehr ungleichmäßig verteilt ist: Die Variation im Ultravioletten macht neunzehn Prozent der gesamten Änderung aus, obwohl die Sonne in diesem Bereich lediglich ein Prozent ihrer Energie abstrahlt! Diese Entdeckung ist unter anderem für die Ozonforschung von großer Bedeutung. Ultraviolettlicht erzeugt Ozon und beeinflußt viele photochemische Prozesse in der Stratosphäre. Wissenschaftler vermuten deshalb, daß Schwankungen in der Ultraviolettstrahlung auch zu Änderungen in der Ozonschicht führen. Sie warten daher mit großer Aufmerksamkeit auf das bevorstehende Maximum der Sonnenaktivität. Kay

Hormonrezeptoren sollten die Behandlung bestimmen, glaubten die Krebsforscher. Ian Fentiman hat mit dieser Vorstellung aufgeräumt (Lancet, No. 8647). Die Entscheidung über die Behandlung von frühem oder fortgeschrittenem Brustkrebs kann auch ohne die Bestimmung von Östrogenrezeptoren (ER) erfolgen. Diese sollen die Ansprechbarkeit von Krebszellen auf Östrogene nachweisen. Es hat sich nun herausgestellt, daß unabhängig vom Vorhandensein von ER der Tumor wächst. Eine Hormonbehandlung mit Rezeptorblockern wie Tamoxifen hat nichts genutzt, immerhin aber jede Rezeptorbestimmung bei uns 122 Mark gekostet. HHB

Reporter der Wissenschaft können sich bis zum 15. September mit präzise und spannend geschriebenen Beiträgen um Preise im Gesamtwert von 23 000 Mark bewerben. Die Themen sind künftig nicht mehr auf Naturwissenschaften und Technik begrenzt, sondern dürfen auch aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich stammen. Zugelassen ist jeder mit flotter Feder, der noch keine 30 Jahre ist. Nähere Auskunft erteilt die Stiftung Jugend forscht, Notkestraße 31, 2000 Hamburg 52, Tel.: 040/89 40 75.