Nicht nur „800 Jahre Hamburger Hafen“ oder „2000 Jahre Bonn“ geben hierzulande in diesem Jahr Grund zum Feiern – auch eine ganze Reihe Kirchen und Klöster begehen 1989, wenngleich bescheidener, ihre Jubiläen.

Bis zum 30. Juli können geschichtsinteressierte Reisende sich beispielsweise in der Alten Turnhalle Blexen in Nordenham-Blexen anschauen, was hier anläßlich „1200 Jahre Kirche in Blexen“ zusammengetragen wurde: Eine Ausstellung ist der Geschichte des alten Kirchenortes gewidmet, der in die Annalen einging, als dort im Jahre 789 der erste Bremer Bischof, Willehad, starb. Auskunft erteilt das Amt für Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit, Rathausturm, Walther-Rathenau-Straße 25, 2890 Nordenham, Tel. 04731/8 42 16.

Den 250. Jahrestag der Weihe seiner Pfarr- und Wallfahrtskirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit begeht der Luftkurort Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz. Sie wurde in den Jahren 1730 bis 1739 unter der Leitung Balthasar Neumanns erbaut. Noch heute pilgern alljährlich viele Wallfahrer zum Gnadenbild der Heiligsten Dreifaltigkeit, einer Schnitzgruppe der Marienkrönung, vermutlich eine Bamberger Arbeit des frühen 16. Jahrhunderts. Die Jubiläumsfeierlichkeiten werden bis Ende Dezember andauern. Auskunft: Fremdenverkehrsverband Franken e. V., Am Plärrer 14, Nürnberg 80, Tel. 0911/26 42 02.

Das Erzbistum Bamberg gedenkt des 850. Todestages seines Bischofs Otto I. und seiner Heiligsprechung vor 800 Jahren bis Mitte Oktober. Zum Hochgrab des heiligen Otto auf dem Michaelsberg unternehmen die Bamberger Pfarreien am 1. Oktober eine Sternwallfahrt. Näheres darüber ist ebenfalls beim Fremdenverkehrsverband Franken zu erfahren.

Noch bis Ende Oktober wird in der Diözese Würzburg des Wirkens und des Martyriums der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan vor 1300 Jahren gedacht. Ein Prospekt „Gottesdienste an Wanderwegen“ listet die Ereignisse und Termine in allen Kirchen der Diözese auf. Auch hierüber informiert der Fremdenverkehrsverband Franken e.V.

Das 1250jährige Jubiläum begehen das Kloster Benediktbeuren und de mit ihm verbundene Siedlung an Rande der bayerischen Alpen. Im Jahre 739 soll der Bistumsgründer Bonifatius die erste Klosterkirche eingeweiht haben. Geplant ist eine Jubel-Woche, die am 24. Juni mit einem Festgottesdienst in der Basilika beginnt. Dazu gehört auch ein Open-air-Konzert sowie ein Treffen der „Goaßler“, der Peitschenknallen Mehr über das Programm verrät die Tourist-Informatior, Prälatenstraße 5, 8174 Benediktbeuren, Tel. 08857/2 48.

Seit zwölfeinhalb Jahrhunderten ist auch Freising „geistliche Stadt“. Dieses wird zum Anlaß für eine Ausstellung genommen, die bis zum 19. November im Diözesanmuseum auf dem Domberg zu sehen ist. Gezeigt werden Gemälde, Skulpturen und kunstvolle Geräte, die für und auf dem Domberg geschaffen wurden und nach langer Zeit wieder an den Ort ihrer Entstehung beziehungsweise ihrer Bestimmung zurückkehrten. Zum ersten Mal sind auch alle Türen des Dombergs, bestehend aus Fürstbischöflicher Residenz, Fürstengang, gotischer Johanneskirche, romanischem Dom, Krypta, Kreuzgang und Dombibliothek, geöffnet für Besucher-Rundgänge. Auskunft: Diözesanmuseum, Domberg 21, 8050 Freising, Tel. 0161/24 32.

H. L.