Das Großherzogtum Luxemburg feiert in diesem Jahr die 150. Wiederkehr seiner Unabhängigkeit. Mit einem ganzjährigen Festprogramm sollen Touristen ins Ländchen gelockt werden.

Die Regierungschefs der Bundesrepublik, Österreichs, Großbritanniens, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande und der UdSSR eröffneten den Reigen der Gratulanten. Die Diplomaten dieser Länder waren es, die 1839 einen Vertrag unterzeichneten, der den wallonischen Teil Luxemburgs an das neugegründete Königreich Belgien annektierte. Der verbleibende Teil, mit dem heutigen Grenzverlauf, blieb zwar noch im Privatbesitz des holländischen Königs, konnte aber nach und nach eine eigene Verwaltung aufbauen. Die Weichen für die Eigenständigkeit des Großherzogtums waren gestellt.

Wenngleich der Anlaß zum Feiern nicht unumstritten ist (die Teilung erfolgte damals gegen den Willen der Luxemburger und die endgültige Loslösung erst Jahrzehnte später), soll es dennoch an Festen nicht mangeln. Ein spezieller Veranstaltungskalender des Luxemburger Verkehrsamtes (Office National de Tourisme, Postfach 1001, L-1001 Luxemburg) listet die kommenden, allerdings wenig spektakulären Ereignisse auf.

In der Hauptstadt Luxemburg gibt eine Ausstellung unter dem Motto "Vom Staat zur Nation" bis zum 20. August einen Überblick über die Geschichte des Großherzogtums. Mehrsprachige Hostessen werden die ausländischen Besucher durch die Ausstellung führen.

Zwischen dem 22. Juni und dem 3. Juli wird allabendlich eine Lasershow das hauptstädtische Petrus-Tal in die Nationalfarben Rot-Weiß-Blau tauchen. Am 2. Juli lädt die Gemeinde Knaphoscheid zu einer Unabhängigkeitsfeier, und am 10. Juli wird in Bastendorf ein Unabhängkeitsbaum gepflanzt.

Das Luxemburger Hotel- und Gastronomiegewerbe klagt, daß wegen schleppender Planung und eines fehlenden Konzepts keine Möglichkeit bestanden habe, rechtzeitig attraktive Pauschalen und Sonderangebote auszuarbeiten.

Werben für Luxemburg werden jedoch mit Sicherheit zwei bevorstehende sportliche Großereignisse: die Europameisterschaft im Dressurreiten (vom 2. bis zum 6. August in Bad-Mondorf) und der Start der Tour de France in der Hauptstadt mit Sonderetappen, die durchs ganze Land führen (vom 30. Juni bis zum 3. Juli). Rob Kieffer