Innerhalb nur weniger Tage ist es dem Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG gelungen, den Münchner Elektrokonzern mit spektakulären Geschäftsabschlüssen in die Schlagzeilen zu bringen. Zum einen hat Karlheinz Kaske das seltene Kunststück zuwege gebracht, mit einem japanischen Elektrokonzern ein Joint-venture auf dem Gebiet der Bauelemente zu gründen. Diese Gemeinschaftsfirma von Siemens und Matsushita hat aber nicht nur die Aufgabe, das Bauelementegeschäft von Siemens zu forcieren. Sie soll vor allem auch den Boden bereiten für weitere gemeinsame Firmen, mit denen Siemens besseren Zugang zu dem schwierigen japanischen Markt finden will.

Außerdem hat Kaske mit einem spektakulären Absatzerfolg sein nicht sonderlich erfolgreiches Computergeschäft belebt. Der Verkauf von 300 000 Personalcomputern zum Preis von 1,5 Milliarden Mark an die Sowjetunion innerhalb der nächsten drei Jahre ist für Siemens in diesem Geschäft eine ganz neue Größenordnung. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen gerade 35 000 Personalcomputer aus. Für das Ende 1987 fertig gewordene moderne Siemens-Computerwerk in Augsburg kommt dieser Auftrag wie ein warmer Regen. Es ist auf höhere Auslastung dringend angewiesen und schafft die notwendigen Kapazitäten, indem statt in einer Schicht demnächst für die Russen-Computer eine zweite Schicht eingelegt wird.

Wolfgang Gehrmann